Digital-TV vor dem Durchbruch
Die großen deutschen Fernsehsender haben sich auf einen einheitlichen technischen Standard für das digitale Fernsehen geeinigt und wollen damit interaktiven Diensten zum Durchbruch verhelfen.
Der ORF hat am Donnerstag die Einigung von ARD, ZDF, der Kirch-Gruppe, RTL und den Landesmedienanstalten auf die "Multimedia Home Plattform" [MHP] als Standard für Digital-TV begrüßt.
Software-Aktualisierung über Satellit
Das digitale ORF-Programm ist mit der d-box aus dem Hause Kirch
zu empfangen. Diese sei grundsätzlich bereits MHP-tauglich,
lediglich die Software müsse aktualisiert werden, was aber direkt
über den Satelliten erfolge.
Digitale TV-Premiere ohne ZuschauerKritik an Verschlüsselung
Bereits bei der Vertragsunterzeichnung habe man mit der Kirch-Gruppe vereinbart, dass diese die erforderlichen Maßnahmen bei der Etablierung eines entsprechenden Standards zu treffen habe, betonte der ORF. Der Vertrag wurde im Jahr 2000 für vorerst fünf Jahre abgeschlossen.
Die Entscheidung des ORF für das von der Kirch-Gruppe benutzte Verschlüsselungssystem Betacrypt war in der Vergangenheit mehrmals kritisiert worden.
Befürchtet wurde eine Beschränkung des Marktzugangs für Mitbewerber sowie eine Einschränkung der Wahlfreiheit des Konsumenten.
Kirch gegen Öffentlich-Rechtliche
Auch in Deutschland gab es diese Debatte, wobei dort die Front
zwischen der Kirch-Gruppe und den deutschen öffentlich-rechtlichen
Sendern verlief. ARD und ZDF hatten immer einen
"diskriminierungsfreien" Zugang zu digitalen Plattformen gefordert.
Pilotprojekt zum interaktiven TV
