Mitarbeiter weg - "Kampf geht weiter"
Seit gestern 16.00 Uhr ist Lion.cc ohne Mitarbeiter. Das bestätigte Libro-Vorstandssprecher Werner Steinbauer der FutureZone.
Die "permanenten Verhandlungen mit zwei Interessenten" würden trotzdem weitergeführt, so Steinbauer weiter. Eine Liquidation sei "zwar auch möglich und machbar", aber "nicht unser Ziel".
"Nicht unmachbar" wiederum sei ein Verkauf an einen der Anbieter, man werde darum "bis zur letzten Minute kämpfen."
Interessenten heißen nicht Telekom
Namen der Anbieter wollte Steinbauer nicht nennen, nur dass sie
"nicht Telekom heißen". Die Telekom Austria [Jet2Web] sitze zwar mit
am Verhandlungstisch, aber als Miteigentümer von Libro und nicht als
Bieter.
Alle Mitarbeiter gekündigtTiscali und Primus Online
Bei den Interessenten handelt es sich, wie seit längerer Zeit berichtet, um Tiscali und den ehemaligen YLine-Partner Primus Online.
"Die Telekom beteiligt sich nicht an Lion.cc", bestätigte Telekom-Sprecher Martin Bredl heute der FutureZone.
Die Kollegen aus dem Bereich "Mergers und Acquisitions" hätten das definitiv beschlossen, so Bredl weiter. Allfällige künftige Kooperationen mit Lion.cc auf technischer Ebene, wie sie ohnehin bestehen, seien damit nicht ausgeschlossen.
Aufstieg und Fall von Lion.cc - Alle FuZo-Stories 1999Kündigungen als Vorsichtsmaßnahme
Die Kündigungen aller Lion-Mitarbeiter bezeichnete Libro-Vorstandssprecher Steinbauer als "Vorsichtsmaßnahme", die im Verkaufsall möglicherweise reversibel seien: "Kündigungen kann man zurücknehmen."
Steinbauer gab allerdings zu, dass "immer weniger Zeit" für weitere Verhandlungen sei, vor allem, sobald man "die Leute nicht mehr hat".
Dieser Prozess sei deshalb so schwierig und langwierig, weil bei einer im Ausgleich befindlichen Firma wie Libro eben "sehr viele Leute um einen Tisch" säßen, so Steinbauer.
