20.09.2001

NO TECH

Bildquelle: FuZo

Bin Laden benutzt kein Telefon

Internationale Polizeibehörden und Geheimdienste haben zuletzt kaum noch eine konkrete Spur von Osama bin Laden aufnehmen können.

Seit ein Gespräch des mutmaßlichen Terroristenführers mit einem Satellitentelefon von US-Agenten abgefangen wurde, hat sich dieser geschworen, nie wieder zu telefonieren - so berichtet es der ehemalige Leiter des Geheimdienstes der US-Luftwaffe [Air Intelligence Agency], Marc Enger.

No Tech statt Low-Tech

"Das ist noch nicht einmal Low-Tech", sagt der ehemalige Kommunikationsspezialist beim Geheimdienst NSA, Wayne Madsen. "Das muss man wohl als 'No Tech' bezeichnen."

Die vermutlich an den Flugzeugentführungen vom 11. September beteiligten Terroristen hatten nach Erkenntnissen der Ermittler nicht so große Berührungsängste gegenüber elektronischen Kommunikationsmitteln.

Die Fahnder haben Kontakt mit Providern wie America Online [AOL] aufgenommen, um nach Netzkommunikation von Verdächtigen zu forschen. In Deutschland zeigte sich der E-Mail-Anbieter GMX bereit, die Behörden mit Informationen zu versorgen, gebe es einen begründeten Anfangsverdacht.

Technik der Steganographie

Nach Ansicht Madsens könnten sich die Entführer der vier Passagierflugzeuge über unverfänglich klingende Botschaften auf bestimmten Webseiten verständigt haben - unbemerkt von den technisch ausgefeiltesten Überwachungsmechanismen der Geheimdienste.

Einige Geheimdienstagenten sollen Enger zufolge berichtet haben, dass Bin Laden die Technik der Steganographie einsetzt - dabei werden geheime Informationen so in Bilddateien eingefügt, dass sie nicht bemerkt werden können.

Solange man nicht das Originalfoto in der Hand habe, könne man nicht erkennen, ob es sich bei einem Bild um den Träger einer steganographischen Botschaft handle, erklärt Enger.