Sundt-Abgang heftig diskutiert

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11.01.2006

Die Anzeichen verdichten sich, dass TA-Chef Heinz Sundt diese Woche tatsächlich seinen Rücktritt bekannt gibt. Finanzminister Karl-Heinz Grasser zeigt sich indessen demonstrativ unbeteiligt.

Unmittelbar vor der möglichen Ablöse von Sundt gab sich Grasser am Mittwoch betont unbeteiligt.

Von der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung bei der Telekom Austria [TA] Donnerstagvormittag habe er gehört. Sundts Vertrag laufe grundsätzlich bis April 2007. Ob der Vertrag vorzeitig aufgelöst werde, sei "rein seine Entscheidung", sagte Grasser am Mittwoch am Rande der Pressekonferenz zum Post-Börsengang.

TA-Aktie erstmals über 20 Euro

Die TA-Aktie hat auf die Spekulationen bereits reagiert und schloss Mittwochabend mit einem Tagesplus von 2,28 Prozent auf 20,15 Euro erstmals über der Marke von 20 Euro. Gegenüber dem Ausgabepreis von neun Euro im Jahr 2000 hat die Aktie damit rund 124 Prozent zugelegt.

"Vorstandsagenden" am Donnerstag

Die Telekom-Aufsichtsratssitzung am Donnerstag folgt nur drei Wochen nach der letzten Sitzung der Kontrollorgane Mitte Dezember. Laut einem Bericht des "Standard" sind "Vorstandsagenden" der einzige Tagesordnungspunkt.

Nemsic soll nachfolgen

Angeblich ist die Ablöse Sundts beschlossene und unterschriebene Sache, Sundt soll die Entscheidung durch eine Abfindung in der Höhe von zwei Millionen Euro erleichtert werden.

Es wird erwartet, dass Sundt bereits nach der Sitzung seinen vorzeitigen Rücktritt bekannt geben könnte - der tatsächliche Abgang des TA-Generaldirektors wird spätestens für die Hauptversammlung am 25. Mai erwartet.

Als Generaldirektor nachfolgen soll mobilkom-austria-Chef Boris Nemsic. Nemsic soll aber gleichzeitig weiterhin Mobilfunk-Chef der TA bleiben. Die Ausschreibung eines neuen Vorstandes ist dem Vernehmen nach nicht geplant.

Differenzen mit Finanzministerium

Hintergrund der schon seit langen Jahren andauernden Debatte über die vorzeitige Ablöse Sundts sind schwere Differenzen zwischen dem Telekom-General und dem Finanzministerium. Sundt hatte sich im Jahr 2000 klar gegen den damaligen Börsengang seines Unternehmens ausgesprochen - ein Umstand, den ihm Finanzmister Grasser noch heute vorhalten soll.

Grasser zeigt sich unbeteiligt

Zuletzt hatten Debatten über die neue Telekom-Austria-Struktur das Verhältnis von Sundt zum Eigentümer zusätzlich belastet.

Grasser wies die Berichte, dass er selbst federführend an der Ablöse Sundts arbeite, am Mittwoch als "Legendenbildung" zurück.

Dass Sundts Vertrag anders als etwa jener von mobilkom-Chef Nemsic 2005 nicht für weitere fünf, sondern nur für zwei Jahre verlängert worden sei, habe alleine der Aufsichtsrat entschieden. Der Aufsichtsrat sei es auch, der über die weitere Vorgangsweise entscheide, wenn Sundts Vertrag ausläuft, beteuerte Grasser.

(Futurezone | APA)