YLine als Gläubiger der FPÖ
Die insolventen YLine hat nicht nur Schulden, sondern auch ihrerseits eine Reihe von offenen Forderungen - offensichtlich auch an die FPÖ.
Die laufenden Zahlungen an YLine für den Betrieb des FPÖ-Internet-Auftrittes seien auf Grund mangelnder Leistungserbringung einvernehmlich mit Jänner 2001 eingestellt worden.
Inzwischen hätten die Schadenersatzforderungen und das vereinbarte Pönale die offenen Forderungen seitens YLine AG erheblich überstiegen, erklärte der FPÖ-Bundesfinanzreferent Detlev Neudeck am Dienstag.
Den Vertrag mit dem Softwarehaus hat die Partei im April 2000 abgeschlossenen und mit 6. September 2001 gekündigt. Mehreren Medienberichten zufolge hat die FPÖ daraus bei YLine noch Schulden in Höhe von zwei Millionen Euro [27,52 Mio. ATS]
Totalausfall der Forderungen
Die Passiva des vor dem Konkurs stehenden Wiener Softwarehauses
YLine werden vom Kreditschutzverband von 1870 [KSV] auf 21,8
Millionen Euro [299,96 Mio. ATS] geschätzt.Mit dem Insolvenzantrag
beim Handelsgericht Wien sei in den nächsten Tagen zu rechnen.
YLine meldet Konkurs anYLines Schulden an IBM
Hauptgrund für die YLine-Probleme sind, wie berichtet, der Totalausfall der Forderungen auf Grund einer von IBM geltend gemachten Zessionsvereinbarung.
Demnach hat YLine rückwirkend per 17. Mai 2001 ihre gesamten Forderungen an die IBM Österreich AG abgetreten.
YLine schuldet dem Computerhersteller 14 Millionen Euro [192,64 Mio. ATS], die spätestens am 17. Mai gezahlt hätten werden müssen.
Diese Globalzession, so Alexander Klikovits vom KSV, sei enorm anfechtungsgefährdet.
Töchter von der Mutter fernhalten
Derzeit sei man bemüht, die Tochtergesellschaften von den
Problemen der Wiener Mutter fernzuhalten. Das an der europäischen
Wachstumsbörse Nasdaq Europe notierte Wiener Unternehmen strebt
einen Zwangsausgleich an.
YLine-Aktie vom Handel ausgesetztDer Absturz
Die YLine-Aktie galt einst als Topwert der heimischen New Economy. Mit einem Preis von 29 Euro je Aktie im November 1999 an die europäische Wachstumsbörse Nasdaq Europe - damals noch Easdaq - gegangenen, hatte sich der Kurs der YLine-Aktie binnen weniger Monate bis März 2000 auf 283 Euro fast verzehnfacht.
Was folgte, war jedoch eine kontinuierliche Talfahrt. Vergangenen Donnerstag notierte das Papier bei einem historischen Tiefstwert von 0,88 Euro.
Zwischenzeitlich war die YLine-Aktie am Donnerstag sogar um 48 Prozent auf 0,46 Euro eingebrochen, bei einem für das Papier außergewöhnlich hohen Volumen von 192.120 gehandelten Aktien. Es bestand der Verdacht auf Insiderhandel.
Die Nasdaq Europe hat das Papier am vergangenen Donnerstag vom Handel ausgesetzt. Auch am Dienstag wurde die YLine-Aktie nicht gehandelt.
