Big Brother für Senioren
Ein Musterhaus des Georgia Institute of Technology soll demonstrieren, wie gebrechlichen Senioren künftig ein Leben im gewohnten Zuhause geboten werden kann.
Kameras und Sensoren registrieren die Aktivitäten der Bewohner in einem zentralen Computer, bei Bedarf ertönt über das Internet ein Alarm, zum Beispiel im Haus von Angehörigen, die Tausende von Kilometern entfernt wohnen.
"Diskrete Überwachung"
Alte Menschen können nach den Plänen des Forscherteams rund um
Elizabeth Mynatts künftig in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, wenn
sie sich mit einer "diskreten Überwachung" abfinden. Das
intelligente Haus verfügt zum Beispiel über einen
"Aktivitätsmonitor". Wenn die Bewohner Türen öffnen, Kaffee kochen
oder ein Bad nehmen, wird das von der Hauselektronik registriert.
Computersystem speziell für SeniorenRoboterentwicklung
Allerdings sind die Kameras und Sensoren bewusst so unscharf eingestellt, dass keine Details aufgenommen werden.
Lediglich die Tatsache, dass eine Bewegung in der Küche oder im Bad stattfand, wird vermerkt.
Möglich macht das eine Technologie, die eigentlich aus der Roboterentwicklung kommt. Sie versetzt die Computer in die Lage, menschliche Bewegungen auch als Bewegung zu interpretieren und zu verfolgen.
Profil der Bewohner
Der Hauscomputer ermittelt schnell ein Profil seiner Bewohner und
weiß nach kurzer Lernzeit genau, wie viele Aktivitäten an einem
Durchschnittstag üblich sind.
Seniorenheim mit Roboter-BetreuungIns Haussystem der Eltern einwählen
"Die Kinder der Senioren können sich dann mit ihrem eigenen Computer in das Haussystem der Eltern einwählen und prüfen, ob es im überwachten Haus ungewöhnlich ruhig zugeht", erklärt Mynatt.
Die Ursache könnten ein Sturz und anschließende Bewusstlosigkeit sein. "Wenn der Computer ungewöhnlich große Aktivität registriert, dann könnte das auf ruheloses Herumwandern in der eigenen Wohnung hinweisen, ein typisches Alzheimer-Symptom", sagt Mynatt.
Vergessliche Senioren werden auch direkt an begonnene und versehentlich unterbrochene Aktivitäten erinnert.
Aktivitätsmonitor ausschalten
Die Forscher gaben sich große Mühe, die Privatsphäre der Bewohner
so weit wie möglich zu schützen. Die Kontrolle über die via Internet
übermittelten Daten haben immer die Hausbewohner selbst. Sie können
ihren Aktivitätsmonitor jederzeit ausschalten.
Roboter erziehen Kinder und betreuen Senioren
