Hersteller tricksen Boot-Vorgang aus

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10.01.2006

Um den Nutzern Zeit zu sparen und den Rechner verstärkt als Multimedia-Zentrale zu etablieren, suchen immer mehr PC-Hersteller nach Möglichkeiten, das oft langwierige Hochfahren des Betriebssystems zu umgehen.

Wenn man seinen Rechner als DVD- oder Musikplayer nutzen möchte, kann einem die Zeit, die Desktop-PC oder Notebook zum Booten brauchen, wie eine halbe Ewigkeit vorkommen.

Mit der Wandlung des PCs vom Arbeitsgerät zur Multimedia-Zentrale stoßen sich immer mehr Nutzer an den langen Ladezeiten.

"Instant-on"-Funktion

Während Digitalkamera, Musikplayer und auch Handy mittlerweile quasi auf Knopfdruck betriebsbereit sind, dauert das Hochfahren eines Rechners immer noch zwei bis vier Minuten.

Wie vergangene Woche auf der Consumer Electronics Show [CES] in Las Vegas deutlich wurde, reagieren immer mehr Hersteller mit "Instant-on"-Funktionen auf diesen Makel.

Express Starten

So präsentierte der japanische Elektronikkonzern Toshiba etwa neue Notebooks mit einem "Express Media Player": Dieser ermöglicht das Abspielen von DVDs und CDs auf Knopfdruck, ohne dass das Betriebssystem vorher hochgefahren werden muss.

Derzeit wird das Feature nur in den High-End-Modellen verbaut, heuer sollen laut Toshiba bereits 80 Prozent der Notebooks mit einer derartigen Funktionen ausgestattet werden.

Auch Hewlett Packard bringt seit einiger Zeit die "QuickPlay"-Technologie zum Einsatz, bei der das Booten umgangen werden kann. Auf der CES präsentierte der Hersteller den "HP Pavilion dv1000", der ebenfalls mit QuickPlay arbeitet.

Windows Vista adressiert das Problem

Der Softwarehersteller Microsoft will sich der Problematik in seinem nächsten Betriebssystem Vista, das Ende 2006 auf den Markt kommen soll, ebenfalls widmen. Microsoft-Chef Bill Gates führte etwa in seiner CES-Keynote ein entsprechendes Feature vor.

Mit "SideShow" sollen Notebooks sofortigen Zugriff auf Telefonnummern, To-do-Listen und Kalender haben, ohne dass das Betriebssystem eingeschaltet ist. Die Daten könnten dabei auf einem kleinen, in den Notebook-Deckel eingebetteten Screen angezeigt werden.

Die Firma Portal Player, die Microsoft mit Software-Komponenten für SideShow beliefert, sieht auch die Möglichkeit, etwa PowerPoint-Präsentationen auf diesem Weg zu managen. Entsprechende Notebooks werden wohl bis nach dem Vista-Release auf sich warten lassen.

"Viiv"-PCs mit optischer Täuschung

Intel hat sich für seine "Viiv"-Plattform unterdessen eine Art optische Täuschung überlegt. Die Viiv-Unterhaltungs-PCs sollen nach einem ersten Systemstart auf Knopfdruck ein- und ausgeschaltet werden können.

Ausgeschaltet werden dabei nur Monitor, Audio und externe LEDs, der Rechner kann dabei dennoch seine Tasks erfüllen. Unter Microsofts Windows XP Media Center Edition gibt es bereits ein ähnliches Feature, das sich "Away Mode" nennt.