Hacker gegen Religions-Fanatiker
Eine ganz persönliche Antwort auf die Terrorattacken in den USA hat gestern Abend der bekannte Cracker "Fluffi Bunni" gegeben.
In einem massiven Defacement leitete er vorübergehend mehrere tausend britische Websites auf eine eigene Page um. Dazu hackte er die DNS-Server des Registrars NetBenefit, zu dessen rund 100.000 Kunden unter anderem Gilette, Barclay und die bekannte Tageszeitung "The Guardian" zählen.
Die Mehrzahl der Kundensites, so räumte NetBenefit-Chef Jonathan Robinson ein, sei wohl für mindestens eine Stunde auf die Hackerpage umgeleitet worden, bevor man das Defacement entdeckt und behoben hatte.
NetBenefitGegen Intoleranz religiöser Fanatiker
In der Zwischenzeit war auf allen betroffenen Sites eine Erklärung von Fluffi Bunni zu lesen, in der er sich ausführlich über den Infantilismus und die Intoleranz religiöser Fanatiker mokiert.
Den Kopf der Page ziert das Motto "Fluffi Bunni goes Jihad". Daneben ist Fluffi Bunnis Markenzeichen zu sehen, ein rosa Plüschkarnickel an einer Computertastatur.
Auf dem Bildschirm des Rechners prangt der Text: "If you want to see the internet again, give us Mr. Bin Laden and $5 million dollars in a brown paper bag. Love, Fluffi B."
"We're Coming for you Oslahmamama"
Darunter findet sich ein zwei Absätze langer und etwas
langatmiger Text, der sich an "alle richtet, die Mord im Namen der
Religion rechtfertigen." Ein Mirror des Defacements findet sich bei
der niederländischen Sicherheitssite
security.nlVermehrt muslimische Sites gehackt
Nach den Attentaten auf die USA nehmen amerikanische Hacker verstärkt muslimische Websites ins Visier. "Wir beobachten seit gestern Abend verstärkte Attacken auf muslimische Internet-Seiten", sagte der Computersicherheitsexperte Christoph Fischer.
Bereits am Mittwoch war die offizielle Website der Taliban von "RyDen" gecrackt worden, der die selbe Site schon vor einigen Monaten einmal gecrackt hatte. Auf der Site ist statt Propaganda ein Steckbrief des FBI von Osama bin Laden zu sehen.
In der Hackerszene soll derzeit als Reaktion auf die Mordanschläge auch ein Aufruf kursieren, Websites und andere über das Internet erreichbaren Kommunikationssysteme in islamischen Ländern zu zerstören.
Aufruf zur Völkerverständigung
Der Chaos Computer Club [CCC] sprach sich unterdessen
ausdrücklich gegen solche Angriffe aus. "Elektronische
Kommunikationsstrukturen wie das Internet können gerade jetzt einen
wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leisten", sagte
CCC-Sprecher und Mitglied der ICANN, Andy Müller-Maguhn. In der
verständlicherweise angespannten Situation dürfe es nicht dazu
kommen, dem Unverständnis noch mehr Grundlage zu liefern.
Kommt jetzt der Krieg ins Netz?
Website der Taliban gecrackt
