11.09.2001

DIGICAR

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Autos werden intelligenter

Die Zukunft ist digital - auch im Auto.

Was einst zu voneinander getrennten Bauteilen wie der elektronischen Motorsteuerung, Airbags oder Antiblockiersystem [ABS] geführt hat, wird mittlerweile vernetzt und ermöglicht dadurch, dass Fahrer vielfach entlastet werden.

Die komplexe Autoelektronik ist auch eines der Kernthemen auf der Internationalen Automobil-Ausstellung [IAA] in Frankfurt.

Neues Steuerkonzept

BMW präsentiert auf der IAA mit seiner neuen 7er-Reihe ein neues Bedienungskonzept mit dem Namen "iDrive", durch das nach Angaben des Unternehmens das Auto gewissermaßen intuitiv steuerbar gemacht werden soll. Das Auto hat keinen Schaltknüppel mehr, das Automatikgetriebe wird ebenso wie Radio und Telefon über Tasten am Lenkrad bedient.

An der Stelle des Schaltknüppels sitzt beim neuen 7er nur noch ein metallener Drehknopf, der in seiner Funktion einer Computermaus ähnelt. Mit ihm kann der Fahrer rund 700 Komfortfunktionen wie die Klimaanlage steuern. Die Resonanz potenzieller Kunden auf das Fahrzeug sei sehr positiv gewesen, sagt ein BMW-Sprecher.

Bremsen denken mit

Auch das Mercedes-Luxus-Cabrio SL, das in Frankfurt erstmals ausgestellt wird, ist voll moderner Technik. So verfügt der SL - nach Firmenangaben als erster Serien-Pkw der Welt - über eine elektronische Bremse. Der Bremsbefehl wird dabei nicht per Hydraulik, sondern elektrisch an die Radbremsen übermittelt.

Vorbereitungen auf einen Crash

Das System erkennt nach Firmenangaben den Beginn einer Notbremsung schon, wenn der Fahrer ruckartig den Fuß vom Gas nimmt. In diesem Fall erhöht sich der Hydraulikdruck an den Radbremsen, die Bremsbeläge werden schon an die Scheiben angelegt. Dadurch verringere sich der Bremsweg aus einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde um drei Prozent.

Im Falle eines Falles sollen sich Autos künftig besser auf einen Aufprall vorbereiten können. Im Auto der Zukunft fangen Sicherheitseinrichtungen möglicherweise bereits zu arbeiten an, bevor sich ein Unfall überhaupt ereignet hat.

Alarmiert über Sensoren, könnte dann die vordere Stoßstange ein Stück ausfahren, die Sitze stellen sich aufrecht, sich selbsttätig straffende Gurte halten die Insassen in den Sitzen, und aus den Türen und vom Armaturenbrett legen sich Polster an Oberschenkel und Knie, um vor Verletzungen zu schützen.

Die Forschungen an Früherkennungssystemen, die etwa Polster im Innenraum ausfahren lassen könnten, begründet DaimlerChrysler damit, dass sich rund 60 Prozent der Fahrzeuge bei Unfällen zuvor in einem Grenzbereich bewegten - also schleuderten oder Ähnliches. Dadurch werde der Aufprall gewissermaßen angekündigt.