Schachlegende geistert durchs Internet
Der britische Großmeister Nigel Short ist "zu 99 Prozent sicher", dass er kürzlich gegen die Schachlegende Bobby Fischer angetreten ist - Letzterer anonym, via Internet. Das zumindest schrieb Short gestern im britischen "Sunday Telegraph".
Über einen Mittelsmann sei ihm ein Schachduell im Internet mit einem "sehr starken Schachspieler" angeboten worden, der anonym bleiben wollte. Nach dem Duell sei er überzeugt, dass es sich um Fischer gehandelt habe, erklärte Short. Er hatte acht Dreiminutenduelle gespielt und allesamt verloren.
Bereits seit vergangenem Jahr kursieren Gerüchte, dass Fischer anonym im "Internet Chess Club" an Dreiminutenduellen teilnehme. Das bestätigte auch der griechische Großmeister Ioannis Papaioannou.
Wo sich Großmeister treffenFischer gegen Spasski
Fischer wurde 1972 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft im Duell gegen den sowjetischen Titelträger Boris Spasski in Reykjavik zur Legende. Danach zog sich Fischer aus der Öffentlichkeit und machte nur noch einmal von sich Reden.
1992 ließ er sich für ein Preisgeld von insgesamt 5,5 Millionen Dollar [6,14 Mio. Euro/84,5 Mio. ATS] auf eine Neuauflage des Duells mit Spasski ein, das allerdings nicht offiziell anerkannt wurde.
Das für Fischer siegreiche Duell wurde von einem serbischen Geschäftsmann vermittelt und fand in Jugoslawien statt. Fischer verstieß damit gegen die damals geltenden internationalen Sanktionen gegen Jugoslawien.
