Ex-Mobtel-Chef über Fahndung überrascht
Umstrittenes Abkommen angeblich gekündigt
Der frühere Geschäftsführer des größten serbischen Mobilfunkbetreibers Mobtel, Patrick Harpour, hat sich am Dienstag über die von der serbischen Polizei gestartete Fahndung nach ihm überrascht gezeigt.
Er sei auf indirektem Weg darüber unterrichtet worden, dass die serbische Polizei nach ihm fahnde, sagte Harpour in einer schriftlichen Aussendung, die er den Belgrader Medien aus London zukommen ließ. Er habe das Mobtel-Amt aber seit Mai 2005 nicht mehr inne.
Die Vorwürfe
Die Polizei will den Briten wegen eines umstrittenen Geschäftsabkommens mit dem kosovarischen Geschäftsmann Ekrem Luka einvernehmen.
Nach Deutung der serbischen Regierung wurde durch das Abkommen in Serbien sowohl politischer als auch wirtschaftlicher Schaden angerichtet. Auch soll es ohne die notwendige Zustimmung des Mobtel-Minderheitsbesitzers, der serbischen staatlichen Post PTT, abgeschlossen worden sein.
Das im Dezember 2003 abgeschlossene Abkommen war der Grund für den Lizenzentzug für Mobtel am vergangenen Donnerstag.
Harpour: Abkommen wieder gekündigt
Das Abkommen mit Luka sei nach vier Monaten gekündigt worden, ließ Harpour nun in seiner Aussendung wissen. Seine Firma Mobikos sei demnach nicht in der Lage gewesen, den Abkommensverpflichtungen nachzukommen.
Die Belgrader Tageszeitung "Blic" berichtete dagegen, dass die Zusammenarbeit der Mobtel mit Mobikos auch nach der Kündigung des Geschäftsabkommens nicht eingestellt worden sei.
Das Blatt beruft sich auf das Protokoll der Sitzung des Mobtel-Vorstandes im Februar 2005, wonach die Mobikos-Schulden bei Mobtel in Höhe von umgerechnet 400.000 Euro wegen ungeplanter Ausgaben der Firma abgeschrieben worden seien. Luka habe demnach dank der Zusammenarbeit mit Mobtel jährlich rund neun Mio. Euro verdient.
(Futurezone / APA)
