Angst vor der Kostenexplosion
Der Münchner Telekom-Konzern Viag Interkom [British Telecom] setzt sich für die Bildung eines Runden Tisches ein, um die drohende Kostenexplosion beim Aufbau der UMTS-Netze noch rechtzeitig in den Griff zu bekommen.
Die Kräfte auf dem Markt müssten dringend gebündelt werden, sagte Viag-Finanzvorstand Dietrich Beese der "Welt" [Montag-Ausgabe]. Die Finanzbelastungen für sein Unternehmen und die fünf anderen künftigen Netzbetreiber des Multimedia-fähigen Mobilfunks seien extrem hoch.
Es gehe um das übergeordnete Ziel, den Standort Deutschland zu stärken, weshalb auch die Bundesregierung an dieser konzertierten Aktion teilnehmen sollte.
Der Start des neuen Mobilfunkstandards UMTS in Deutschland soll sich nach Einschätzung der Investmentbank Dresdner Kleinworth Wasserstein entgegen bisherigen Voraussagen bis zum Jahr 2004 verzögern. "Den Massenmarkt wird UMTS erst 2004 erreichen", zitierte das Nachrichtenmagazin "Focus" den Leiter der Abteilung Telekommunikation bei der Investmentbank, Wolfram Petzinger, am Wochenende.
Viag InterkomMobilfunker bleiben optimistisch
Der Netzausbau werde erst 2002 starten und die entsprechenden UMTS-Handys frühestens Ende 2003 auf den deutschen Markt kommen, hieß es.
Anfang Juni hatten mehrere Mobilfunkanbieter und Netzwerkausrüster ihre Prognosen für die Markteinführung von UMTS-Mobilfunknetzen für das kommende Jahr in Deutschland bekräftigt. Zu diesem Zeitpunkt würden auch UMTS-Endgeräte verfügbar sein, hatte die Branche weiter mitgeteilt.
UMTS soll eine schnelle Datenübertragung und dadurch - zumindest theoretisch - multimediale Dienstleistungen über Mobiltelefone ermöglichen.
