Online-Musikvertrieb fast ohne Kunden
Der Verkauf von Musik über das Internet wird sich einer Studie zufolge vorerst nicht auf breiter Front durchsetzen.
Das Meinungsforschungsunternehmens GartnerG2 befragte nach eigenen Angaben 4000 erwachsene Internetnutzer und kam zu dem Ergebnis, dass lediglich sechs Prozent von ihnen in den drei vorhergegangenen Monaten Musik über das Web kauften.
Tauschbörsen
Der Umfrage zufolge besuchte ein Viertel der Befragten Websites
oder Tauschbörsen, um Lieblingsmelodien herunterzuladen.
Die Infrastruktur der Post-Napster-ÄraBitte nur gegen Bezahlung
Der Durchbruch dieses Vertriebsweges werde durch - im Vergleich zum kostenlosen Musikbezug komplex zu bedienende und nicht einheitliche - Systeme der Zugriffskontrolle verhindert, so GartnerG2.
Die Firma rät den großen Plattenfirmen deshalb, eine gemeinsames System zu entwickeln.
Mit einer Zugriffskontrolle wollen die Plattenverlage sicherstellen, dass Musikstücke nur gegen Bezahlung aus dem Internet heruntergeladen werden können.
Auf der Suche nach DRM
Der Studie zufolge suchen die fünf großen Plattenfirmen BMG
[Bertelsmann], Vivendi Universal's, Universal Music, Sony Music, AOL
Time Warner und EMI zurzeit getrennt nach einem sicheren Verfahren
für das "Digital Rights Management" [DRM], wie die Sicherung der
Urheberrechte im Internet genannt wird.
Musikindustrie weiter im Internet-DilemmaExtrem benutzerfreundlich
Nach Einschätzung von GartnerG2 hat der Internet-Verkauf von Musik aber erst eine echte Chance, wenn die Firmen gemeinsam ein extrem benutzerfreundliches Zugriffskontrollsystem entwickeln.
"Damit ist aber vor dem Jahr 2002 kaum zu rechnen", sagte PJ McNealy von GartnerG2.
