27.08.2001

RÜCKBLICK

Bildquelle: FuZo

Der Weg in die Halbleiterkrise

Noch vor zwölf Monaten konnten die Chip-Hersteller die Nachfrage der Produzenten von Mobiltelefonen, PCs, Taschencomputern und sonstigen High-Tech-Spielzeugen kaum befriedigen.

204 Milliarden Dollar [224 Mrd. Euro] wurden im Spitzenjahr 2000 mit Halbleitern umgesetzt; 37 Prozent mehr als 1999.

Mittlerweile herrscht Katzenjammer: Die Konjunkturflaute und immense Überkapazitäten machen der Branche zu schaffen. Ein Teil der Probleme ist hausgemacht.

Zyklisches Geschäft

Kaum ein anderer Markt reagiert so stark auf die Schwankungen bei Angebot und Nachfrage.

Grund sind immer schneller werdende Innovationszyklen: Ist ein Produkt auf dem Markt, steht der Nachfolger oft schon bereit.

Wer von den Herstellern den richtigen Zeitpunkt verpasst, muss eine monatelange Durststrecke durchstehen und kann erst beim nächsten Zyklus auf Gewinne hoffen.

Überkapazitäten

Weltweit gibt es derzeit nach Branchenrechnungen rund 35 Chipfabriken zu viel.

Da diese Anlagen sehr teuer sind, schrecken Firmenchefs davor zurück, bei nachlassender Nachfrage die Produktion zu drosseln.

Die Folge ist ein Preisverfall: bei so genannten DRAM-Chips etwa für PC-Hauptspeicher - seit dem vergangenen August allein um 90 Prozent.

Fehler der Vergangenheit

Einen Teil der Probleme haben die etablierten Chiphersteller mitverursacht.

Um Kosten zu sparen, wurde in der letzten Boom-Phase an Drittanbieter - so genannte Foundries - ausgelagert, die selbst keine Chips mehr entwickeln, sondern nur im Auftrag produzieren.

"Ein großer Teil der Fertigung ist nun in unabhängigen Händen", sagt ein Branchenkenner. "Damit weiß heute kaum noch jemand, wie viel produziert wurde und wie viel Bedarf wirklich da ist."

"Wenn auf gut Glück zu viele Aufträge vergeben wurden, dann bricht alles zusammen."