25.08.2001

IT-FLAUTE

Bildquelle: toshiba

Toshiba streicht 20.000 Arbeitsplätze

Der Elektronikkonzern Toshiba wird in den kommenden zwei Jahren 20.000 der 190.000 Beschäftigten abbauen. Das berichten heute, Samstag, mehrere japanische Online-Medien, die sich auf Aussagen von - nicht genannten - Führungskräften des Unternehmens berufen.

Vom Konzern selbst gibt es zu diesem Thema noch keine offizielle Aussendung.

Siemens als möglicher Partner

Im Rahmen der Rationalisierungs-Maßnahmen sollen bei Toshiba die DRAM- und die Flash-Memory-Produktion in ein Joint Venture im Ausland ausgelagert werden.

Neben dem südkoreanischen Samsung-Konzern wird auch Siemens von der Tageszeitung Kyodo News als möglicher Partner genannt. Mit diesen beiden Produktionslinien erwirtschaftete Toshiba bisher rund 30 Prozent des Konzern-Halbleiterumsatzes.

Begründet werden die Maßnahmen mit der Nachfrageflaute nach IT-Produkten. Davon sei insbesondere die Halbleiterproduktion betroffen.

Toshiba ist weltgrößter Chipproduzent

Der Restrukturierungsplan, der in der kommenden Woche veröffentlicht werden soll, sieht die Streichung von 10.000 Stellen allein in Japan vor, heißt es weiter. Knapp über 1.000 Angestellte sind in Yokkaichi betroffen, wo die Werksschließung bereits vor wenigen Wochen bekannt gegeben wurde.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr fuhr Toshiba noch einen Gewinn von 96,1 Mrd. Yen [rund 874 Mio. Euro] ein und übertraf erstmals den Konkurrenten NEC als größten Chipproduzenten.

Doch heuer stürzten die Preise für Flash Memories um 50 Prozent und jene von DRAM-Chips um 90 Prozent in den Keller.

Angestellte als Teil der Familie

Einen anderen Weg bei der Stellenreduktion geht Matsushita Electric Industrial [Panasonic]. Das Unternehmen wird tausende Angestellte darum bitten, freiwillig zu gehen.