"It is B2B or not to be"
Der für die Informationsgesellschaft und Unternehmen zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen hält die Nutzung des Internet zum Handel zwischen Unternehmen untereinander für eine Überlebensfrage für Klein- und Mittelbetriebe [KMU].
Am heutigen letzten Tagen der Benchmarking Gespräche zum Thema E-Business beim Europäischen Forum Alpbach sagte Liikanen: "As Shakespeare said: It is B2B or not to be." Kleine Unternehmen, die sich dem Internet verweigerten, seien folglich zum Untergang verurteilt, so Liikanens Schlussfolgerung.
KMU seien sich vielfach noch nicht im Klaren über die Vorteile des E-Commerce, monierte der Kommissar, der mit der Kampagne "GoDigital" den KMU in dieser Hinsicht unter die Arme greifen will.
Österreich im europäischen Vergleich
Österreich liege im internationalen Benchmarking-Vergleich
durchaus gut, so Liikanen. In Sachen Web-Ausbildung seien europaweit
Spanien und Großbritannnien führend, im Gesundheitsbereich
["E-Health"] die skandinavischen Länder. Die Internet-Aktivitäten
der europäischen Regierungen ["E-Government"] müssten aber mehr sein
als Technologien oder Netzwerke, so der Kommissar: Sie umfassten
vielmehr einen neuen servicefreundlicheren Zugang zum Bürger. Hier
werde in Europa "viel geredet und sehr wenig getan".
Europe Go DigitalKMU-Forschungsförderung
In Sachen Verwaltungsvereinfachung und -beschleunigung auf Grund der modernen Kommunikationstechnologien ging der EU-Kommmissar selbst mit gutem Beispiel voran: Liikanen sagte Wirtschaftskammer-Präsident Leitl heute zu, die Bearbeitungsfrist für beantragte KMU-Forschungsförderungen von 250 auf 120 Tage zu verkürzen.
Die Länder Mittel- und Osteuropas [MOEL] liegen in Sachen Internet-Nutzung etwa zwei bis drei Jahre hinter der EU zurück, schätzt Liikanen.
Dabei gebe es aber durchaus auch internationale Vorreiter wie Estland, wo Minister-Entscheidungen online übertragen werden. Das EU-Projekt "eEurope plus" ziele dabei auf eine "virtuelle Anbindung" der EU-Kandidaten ab.
WKÖ-Präsident Leitl sagte Liikanen zu, die Website der Wirtschaftskammer durch Internet-Kooperationen mit den Beitrittskandidaten zu einer "internationalen Wissens- und Informationsplattform" auszubauen. So wird die Wirtschaftskammer die Unternehmerinformationen ihres Portals wko.at künftig auch den Partnerverbänden in den Erweiterungsländern und somit den dortigen Unternehmen zugänglich machen.
wko.at
