19.08.2001

FINDEN

Bildquelle: google

Googles potentielle Erben

Momentan ist eindeutig Google der allgemeine Suchmaschinen-Liebling: Die Suchergebnisse werden allseits gelobt, das spartanische Design ist vorbildhaft und sogar Googles Geschäftspraktiken werden von Nutzern, Konsumentenschützern und der Presse postiv bewertet.

Während Google damit wohl seinen Zenit an Popularität erreicht hat, machen eine Reihe von neuen Suchmaschinen Nachfolgeransprüche geltend: Teoma, Wisenut, Meta-Suchmaschinen wie Vivismo und Locations-based-Services sowohl für mobile Anwendungen wie auch für Web-Sites.

Der IPO als möglicher Anfang vom Ende

Obwohl Google durch bezahlte Suchergebnisse und die Lizenzierung seiner Technologie nach eigenen Angaben schwarze Zahlen schreibt, wird der angekündigte Börsengang vielfach als Risiko betrachtet.

Sollte Google nach dem IPO einen Ergebniseinbruch erleiden, könnte es nämlich mit den vorbildlichen und transparenten Geschäftspraktiken vorbei sein.

Das Unternehmen könnte dann in eine Situation geraten, in der der Druck der Anteilseigner zu ähnlich dubiosen Praktiken zwingt, wie sie derzeit von US-Konsumentenschützern allen anderen großen Suchmaschinen vorgeworfen werden.

Googles eigene Pläne sehen natürlich dieses Szenario nicht vor. Das Geld aus dem IPO soll vielmehr in die Weiterentwicklung der Suchtechnologie investiert werden und so den Vorsprung vor anderen Anbietern noch weiter ausbauen helfen.

Wie schnell allerdings gute Vorsätze für kurzfristige Gewinnsteigerungen geopfert werden können, hat das letzte Jahr mehr als deutlich gezeigt.

Die Generalisten

Am häufigsten als potentieller Google-Nachfolger wird derzeit "Teoma" genannt.

Teoma will Googles System der Ergebnisauflistung nach Relevanz noch einen Schritt weiter treiben: Während Google dazu einfach überprüft, wieviele Links auf eine Site führen, versucht Teoma zu bewerten, wieviele Links zum Thema des gesuchten Begriffs auf die Site hinweisen.

Zusätzlich kann man sich bei Teoma die gefundenen Sites nach drei Methoden zeigen lassen: Nach der "quantitaven" wie bei Google, nach der "inhaltlichen" von Teoma und nach einer "Experten"-Auswahl, die händisch generierte Listen von relevanten Sites berücksichtigt.

Meta-Suche

Ebenfalls im Rennen um die Google-Nachfolge befinden sich eine Reihe von Meta-Searchengines.

Als herausragende "klassische" Meta-Suchmaschine gilt dabei derzeit "Vivismo", die die Ergebnisse von einer Reihe frei wählbarer "normaler" Suchmaschinen mit einem eigenen "Inhalts"-Algorithmus ordnet. Dieser sucht nach verwandten Begriffen zum Such-Objekt und ordnet die Ergebnisse nach der Häufigkeit, mit der diese auf den gefundenen Seiten vorkommen.

Einen komplett anderen Ansatz haben "BrightPlanet" und "Copernic", die sich dem Problem der dynamisch generierten Sites annehmen, auf denen sich immer mehr wissenschaftliches, juristisches oder wirtschaftliches Spezialwissen befindet.

"Dynamisch generierte Seite existieren gar nicht, solange sie nicht von einem User angefordert werden", erklärt Danny Sullivan vom Newsletter "Search Engine Watch" das Problem.

Locations-based

Eine komplett andere Herangehensweise an die Suche ist derzeit mit dem Entstehen der Orts-bezogenen Services für Handys und PDAs verküpft.

Einerseits versuchen bekannte Web-Suchmaschinen wie "AllTheWeb" hier neue Nischen zu finden, in der Hoffnung dass ein zukünftiger Mainstream-Markt entsteht.