19.08.2001

T-AKTIE

Bildquelle: fuzo

Deutsche Bank gerät unter Druck

Die Deutsche Bank gerät wegen der T-Aktienaffäre immer stärker unter Druck. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sollen vier der fünf größten deutschen Fondsgesellschaften - darunter der Deutsche Investment-Trust und die Adig - aus Verärgerung ihren Handel mit dem Institut fürs Erste unterbrochen haben.

Dies sei eine bisher in Deutschland einmalige Sanktion. Nach Angaben eines Bank-Sprechers ist dem Institut davon allerdings nichts bekannt.

7,5 Millionen Aktien nicht verkauft

Der "Spiegel" berichtete allerdings, dass die Deutsche Bank nicht alle 44 Millionen Aktien habe platzieren können. Aus einem Schreiben an die Wertpapieraufsicht, dass dem "Spiegel" vorliege, gehe hervor, dass 7,5 Millionen Aktien nicht verkauft worden seien.

"Die Erwartung nach Aufnahme des Börsenhandels in New York weitere Aktien dort platzieren zu können, erfüllte sich nicht", zitierte das Magazin aus dem Schreiben. Als sich die fehlgeschlagene Platzierung herumgesprochen habe, sei das Papier zum Spielball für Spekulanten geworden, berichtete das Magazin weiter.

Heftige Kritik von Ron Sommer

Unterdessen übte auch Deutsche Telekom-Chef Sommer Kritik an der Deutschen Bank. Sommer sagte der "Welt am Sonntag", er schiebe niemanden die Schuld zu. Aber "jeder Profi in New York oder Frankfurt weiß, dass man so etwas anders hätte händeln können. So hat die Aktion der ganzen Branche geschadet", wurde der Firmenchef zitiert.

Sommer sagte weiter, Blocktrades seien extrem schwierige Transaktionen. "Da kann ich mit Blick auf die Deutsche Bank nur sagen: Wir haben großen Respekt vor ihr, aber diese Transaktion ist nun mal schief gelaufen, in Köln sagt man dumm gelaufen", zitierte ihn das Blatt.

T-Aktie "massiv unterbewertet"

Zugleich räumte Sommer ein, wie sehr ihn der Aktienverkauf getroffen habe. "Dass die Menschen durch den Aktienkurs zum Teil die Hälfte, manche sogar mehr als die Hälfte ihres eingesetzten Kapitals verloren haben, das macht mich persönlich sehr betroffen", zitierte die "Welt am Sonntag" den Vorstandschef.