Deutsche Bank gerät unter Druck
Die Deutsche Bank gerät wegen der T-Aktienaffäre immer stärker unter Druck. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sollen vier der fünf größten deutschen Fondsgesellschaften - darunter der Deutsche Investment-Trust und die Adig - aus Verärgerung ihren Handel mit dem Institut fürs Erste unterbrochen haben.
Dies sei eine bisher in Deutschland einmalige Sanktion. Nach Angaben eines Bank-Sprechers ist dem Institut davon allerdings nichts bekannt.
Die Deutsche Bank hatte Anfang August eine Kaufempfehlung für die T-Aktie herausgegeben. Einen Tag später verkaufte sie aber im Auftrag eines Kunden rund 44 Millionen Aktien. Die T-Aktie steht seither unter massivem Druck.
Wirbel um Verkauf von Deutsche-Telekom-Aktien7,5 Millionen Aktien nicht verkauft
Der "Spiegel" berichtete allerdings, dass die Deutsche Bank nicht alle 44 Millionen Aktien habe platzieren können. Aus einem Schreiben an die Wertpapieraufsicht, dass dem "Spiegel" vorliege, gehe hervor, dass 7,5 Millionen Aktien nicht verkauft worden seien.
"Die Erwartung nach Aufnahme des Börsenhandels in New York weitere Aktien dort platzieren zu können, erfüllte sich nicht", zitierte das Magazin aus dem Schreiben. Als sich die fehlgeschlagene Platzierung herumgesprochen habe, sei das Papier zum Spielball für Spekulanten geworden, berichtete das Magazin weiter.
Deutsche Bank verspielt Vertrauen
Die Großkunden der Deutschen Bank seien deswegen sauer. Sie
hätten erwartet, das Geldhaus werde genau berechnen, wie viele
Aktien der Markt tatsächlich aufnehmen könne. Sie hätten sich zudem
darauf verlassen, dass ihre Papiere den Preis in etwa halten würden.
Dies gelte vor allem die Fondsgesellschaften, die bei dem Deal nicht
ihr eigenes Geld verloren hätten, sondern das ihrer Kunden, schreibt
das Magazin weiter.
Deutsche Telekom bot Banken Pakt anHeftige Kritik von Ron Sommer
Unterdessen übte auch Deutsche Telekom-Chef Sommer Kritik an der Deutschen Bank. Sommer sagte der "Welt am Sonntag", er schiebe niemanden die Schuld zu. Aber "jeder Profi in New York oder Frankfurt weiß, dass man so etwas anders hätte händeln können. So hat die Aktion der ganzen Branche geschadet", wurde der Firmenchef zitiert.
Sommer sagte weiter, Blocktrades seien extrem schwierige Transaktionen. "Da kann ich mit Blick auf die Deutsche Bank nur sagen: Wir haben großen Respekt vor ihr, aber diese Transaktion ist nun mal schief gelaufen, in Köln sagt man dumm gelaufen", zitierte ihn das Blatt.
T-Aktie "massiv unterbewertet"
Zugleich räumte Sommer ein, wie sehr ihn der Aktienverkauf getroffen habe. "Dass die Menschen durch den Aktienkurs zum Teil die Hälfte, manche sogar mehr als die Hälfte ihres eingesetzten Kapitals verloren haben, das macht mich persönlich sehr betroffen", zitierte die "Welt am Sonntag" den Vorstandschef.
Die T-Aktie ist nach Einschätzung Sommers massiv unterbewertet. Die Erwartungshaltung der Analysten liege im Schnitt bei 30 Euro und damit weit über dem aktuellen Kurs, der am Freitag auf 17,38 Euro gefallen war. Sommer betonte, er fühle sich erst wieder wohl, wenn die T-Aktie mindestens 70 Euro überschreite.
Auf dem Weg zum Ausgabekurs
