19.08.2001

MATRIX FORUM

Bildquelle: ORF ON

Netz-Communities, Utopie und Profit

"Die Idee, Online-Communities als Marketingtool einzusetzen, war das Schlimmste was den Netzgemeinschaften passieren konnte", kritisiert Michael Eisenriegler, Mitbegründer der legendären Blackbox, den inflationären Gebrauch des Begriffs.

Seither will jeder Marketingstratege seine Firmen-Homepage als Community verkaufen, als Klebstoff, der Stammkunden bindet.

Mit echten Online-Gemeinschaften wie der Blackbox, österreichischer Pionier in der Community-Szene, läßt sich allerdings kein Business machen, so Eisenriegler, Geschäftsführer der Firma MediaClan.

Mit 1. Juli hat die Blackbox ihren Besitzer gewechselt und gehört nun den Usern. "Ein politisches Zeichen gegen diese Möchtegern-Communities, die nur von Marketinstragegen erfunden wurden."

E-Moderation in Unternehmen

Als Architekten für online-Kommunikation versteht sich die Münchner Consultingfirma "Spektrum", die sich auf firmeninterne Online-Communities spezialisiert hat. Wobei beim Beratungsprozess vor allem die Gestaltung der sozialen Interaktion im Vordergrund steht.

Firmeninterne Communities zum Wissens- und Erfahrungsaustausch verändern die Unternehmenskultur, so Christoph Hieber, Sozialpädagoge und Geschäftsführer von "Spektrum".

Die offene Kommunikationsplattform muss aber von der Führungsetage gewolllt und mitgetragen werden, sonst scheitert sie.

Scientific Online Community

Wissensproduktion ist der Antrieb eines Anfang Juli gelaunchten Community-Projekts. Culturalstudies.at nennt sich die Site, die im Bereich der Kulturwissenschaften tätige und interessierte Personen ansprechen will.

Hervorgegangen ist die datenbankbasierte Webplattform aus dem Forschungsschwerpunkt Cultural Studies, den Christina Lutter im Bildungsministerium koordiniert und betreut. Sie betrachtet das Online-Community Projekt als wichtiges Förderinstrument für junge Kulturwissenschafter, die im akademischen Bereich wenig verankert sind.