Dolmetscher-Handschuh für Zeichensprache
Der 17-jährige Schüler Ryan Patterson hat einen elektronischen Übersetzer-Handschuh für die englische Zeichensprache entwickelt.
Auf einem strapazierfähigen Golfhandschuh befestigte Patterson zehn Sensoren. Werden die Messfühler gebogen, so verändert sich ihr elektrischer Widerstand. Ein Chip auf der Handschuh-Außenfläche speichert die Messveränderungen anschließend als digitale Daten.
Per Funksignal werden diese Informationen an eine Handheld gesendet. Auf dem Monitor erscheint dann der in Gebärdensprache gebildete Buchstabe in seiner geschriebenen Form, womit eine Simultanübersetzung von der Zeichen- in die Schriftsprache erfolgt.
Ein Prototyp wurde beim "52. Intel International Science and Engineering Fair 2001", einem internationalen Schülerwettbewerb mit 1.200 Teilnehmern im kalifornischen San Jose, gleich mit drei ersten Hauptpreisen ausgezeichnet. Geldprämien und Stipendien in Höhe von rund 216.000 USD heimste Patterson insgesamt ein. Doch am meisten freute er sich über die ebenfalls gewonnene Reise zur Nobelpreis-Verleihung nach Stockholm, wo der talentierte Nachwuchs-Wissenschaftler im Dezember Profi-Gelehrte treffen will.
52. Intel International Science and Engineering Fair 2001Bescheidenheit
Ähnlich wie beim Spracherkennungs-Training für PC- Schreibprogramme muss auch der elektronische Handschuh zuerst auf seinen Benutzer abgestimmt werden. Denn jeder Gebärdensprecher zeichnet das genormte Fingeralphabet ein wenig unterschiedlich.
In nur wenigen Minuten soll das Gerät individuell programmierbar sein - auch auf Einhand-Zeichenalphabete anderer Sprachen wie etwa des Deutschen.
Eigentlich sei das Prinzip ziemlich simpel, sagt Patterson bescheiden: "Ich wundere mich, dass es so einen Handschuh noch nicht längst zu kaufen gibt."
