Hollywood startet Online-Vertrieb für Filme
Hollywood will offensichtlich ernsthaft in den Online-Vertrieb seiner Filme einsteigen. Fünf der größten Hollywood-Studios wollen dazu gemeinsam ihr Filmangebot im Netz zugänglich zugänglich machen.
Mit dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen sollen zunächst Breitband-Internet-Kunden in den USA eine breite Auswahl bereits veröffentlichter Filme digital zur Vefügung gestellt werden, teilten die Studios mit.
Falls sich das Modell als erfolgreich erweist und reibungslos funktioniert, dürfte auch eine Ausweitung auf andere Länder erfolgen.
Die Filmproduktionsfirma Miramax hat schon diesen Jänner mit einem Feldversuch zum Online-Vertrieb begonnen.
Hollywood startet "Video On Demand"Geballte Studiomacht
Zu den beteiligten Studios gehören Metro-Goldwyn-Mayer, Viacoms Paramount Pictures, Sony Pictures Entertainment, Vivendi Universals Universal Studios und Warner Bros., eine Tochter von AOL Time Warner.
Lediglich Walt Disney, Dreamworks und 20th Century Fox sind an dem Unternehmen nicht beteiligt.
Disney soll allerdings innerhalb der nächsten Wochen sein eigenes Video-on-demand-Projekt via Internet starten. Es soll über die Site Movies.com abgewickelt werden.
Movies.comNicht exklusiv
Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll "hauptsächlich auf Internet-Technologie aufgebaut werden", obwohl nach dem Start auch weitere Übertragungsmöglichkeiten untersucht würden, teilten die Unternehmen mit.
Auf jeden Fall sollen die Filme nicht exklusiv über das kommende Online-Angebot vertrieben werden.
Das Unternehmen soll "in den nächsten Monaten" starten, ein Name steht noch nicht fest. Die Studios wollen für die Übertragung auf die "Moviefly"-Technologie aufbauen, die in den letzten zwei Jahren von Sony entwickelt wurde.
MovieflyDas Napster-Problem
Die Studios wollen mit ihrem Vorstoß auch die Initiative über den Online-Vertrieb ihrer Produkte [wieder-] gewinnen.
Derzeit haben sie dank begrenzter Bandbreiten noch nicht das gleiche Problem wie die Musikindustrie mit Napster, Gnutella oder anderen File-Sharing-Tools. Andererseits beschränkt genau das den potenziellen Kundenkreis und die Attraktivität des neuen Video-on-demand-Service.
Zum Schutz der Filme sollen die DRM-Technologien [Digital Rights Management] von Microsoft und RealNetworks zum Einsatz kommen, über deren Media-Player die Filme auch angeschaut werden können.
Die Filmindustrie hat aber auch schon Pläne, aus dem Video-Kompressionsverfahren "DivX" einen Standard mit Kopierschutzfunktionen zu machen.
Hollywood umarmt "MP3 für Videos"Ob die Studios ihre Filme allerdings erfolgreich gegen unerwünschte Kopien schützen können, ist fraglich. Erst gestern wurde bekannt, dass eine für die Videoindustrie immens wichtige Videoverschlüsselung offenbar geknackt worden ist.
Digitale Videoverschlüsselung geknackt
