Ron Sommer kritisiert Deutsche Bank
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom Ron Sommer hat der Deutschen Bank beim Verkauf von 44 Millionen T-Aktien und der vorausgegangenen Kaufempfehlung Versäumnisse vorgeworfen.
In einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hielt Sommer der Bank "gravierende Arbeitsfehler" vor. Die Telekom sei von der Transaktion vorher nicht einmal unterrichtet worden.
Sommer forderte eine genaue interne Überprüfung der Vorgänge. Für den Fall von Unregelmäßigkeiten müsse die Bank, "Konsequenzen daraus ziehen".
T-Aktie auf tiefstem Stand seit drei Jahren
Die Deutsche Bank hatte das Aktienpaket am Dienstag einen Tag
nach einer Kaufempfehlung der Analyse-Abteilung im Auftrag von
Großkunden verkauft. Die T-Aktie hatte seither fast 20 Prozent
verloren. Sie schloss am Freitag mit einem Verlust von 4,58 Prozent
bei 19,37 Euro, nachdem sie zeitweise auf 18,75 Euro abgestürzt war,
den tiefsten Stand seit drei Jahren.
T-Aktie auf dem Weg zum AusgabekursJuristische Prüfung angekündigt
Sommer sagte im "Spiegel", sein Unternehmen werde die Transaktion "juristisch überprüfen" lassen. Immerhin sei bei der Telekom in nur wenigen Tagen ein Wert von fast 40 Milliarden DM vernichtet worden.
"Große Finanzinstitute" hätten eine Verantwortung gegenüber den Unternehmen und dem Markt. Wenn diese missachtet worden sei, "hat das sicherlich Auswirkungen auf unsere zukünftige Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank".
Die Börsenaufsicht des hessischen Wirtschaftsministeriums hatte am Freitag angekündigt, der Aktienverkauf werde untersucht.
Wirbel um Verkauf von Deutsche-Telekom-Aktien
