IBM baut neues Super-Computernetzwerk
In den USA entsteht ein neues Super-Computernetzwerk mit dem Namen "Grid" [Rasterfeld], das aus vielen Netzwerkcomputern mit dem freien Betriebssystem Linux zusammengesetzt wird.
Die Rechner für das 53-Millionen-Dollar-Projekt wird der Computerkonzern IBM liefern, teilte das Unternehmen am Freitag in Stuttgart und Armonk [US-Bundesstaat New York] mit.
"The world's most powerful computing grid"
In dem "Grid" werden Computer in vier wissenschaftlichen
Entwicklungslabors, darunter das renommierte California Institute of
Technology [Caltech], über das Internet verbunden. In dem Netz
können Wissenschaftler Prozessorleistung, Speicherkapazität und
Anwendungen über das Internet gemeinsam nutzen. "Wichtige
Forschungsprojekte aus den Bereichen Biotechnologie, Klimaforschung
und anderen wissenschaftlichen Disziplinen können so schneller
vorangetrieben werden", heißt es in der
IBM-Mitteilung zum Bau von "Grid"13,6 Billionen Rechenschritte/s
Das "Grid" sei in der Lage, 13,6 Billionen Rechenschritte pro Sekunde auszuführen, und ist damit nach IBM-Angaben das bisher leistungsfähigste solcher Netzwerke.
Ein Qwest-Netzwerk, das Übertragungsraten von 40 Gigabit pro Sekunde erlaubt, wird die auf Linux basierenden Cluster aus IBM-eServern miteinander verbinden. Diese Cluster werden über die nächste Generation des Itanium-Prozessors [Codename McKinley] von Intel verfügen.
Die Verwendung von Open-Source-Protokollen soll die Integration mit bestehenden Hochleistungsrechnern der vier Forschungszentren erleichtern. Künftig werden die Wissenschaftler von jedem am Grid angeschlossenen Rechner auf das System zugreifen können. Sie können sich einer gesamten Speicherkapazität von über 600 Terabyte bedienen.
Im dritten Quartal 2002 sollen die IBM-Server-Cluster ihren Betrieb aufnehmen. Das "Grid" soll dann Wissenschaftlern in ganz Amerika zur Verfügung stehen.
IBM baut auch am englischen "National Grid" mit
Erst kürzlich hatte IBM den Auftrag der britischen Regierung
erhalten, Schlüsseltechnologien für das Computernetzwerk "National
Grid" in Großbritannien zu liefern. Die britische Regierung baut das
"National Grid" für Forschungsvorhaben und unterstützt ein breites
Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen. Mit Hilfe dieses
Hochleistungsnetzwerks können verschiedene Forschungs- und
Regierungseinrichtungen miteinander zukünftig Programme und
Rechnerkapazitäten auch über große Entfernungen gemeinsam nutzen.
IBM baut ein Grid-Zentrum für Datensicherung an der Universität
Oxford, das als eines von neun Grid-Zentren in England agiert. Das
Rechenzentrum wird die primäre Quelle für Daten aus der
Hochenergie-Physik sein, die bei der "European Organization for
Nuclear Research" [bekannt unter der französischen Abkürzung CERN]
gesammelt werden.
CERN soll neues Supernetz entwickelnNicht nur akademischer Einsatz
Grids sind wie vormals das Internet und das Betriebssystem Linux im Begriff, über den akademischen Einsatz hinauszuwachsen und zu einer wichtigen Plattform für Geschäfte im Web zu werden.
Grid-Technologien können die Basis für E-Sourcing bilden - den Vertrieb und die Lieferung von Informationstechnologie als allgemein zugängliche Services über das Internet.
IBM baute auch weltweit eines der ersten Grids, in dem Teile eines Supercomputers im IBM-Forschungszentrum Yorktown Heights in den USA und Haifa in Israel miteinander verbunden wurden.
Turing lässt grüßen
Für das Management komplexer Grids bietet IBM skalierbare
Supercomputer, die notwendige Software zur Koordinierung
[Middleware] sowie die von IBM unter dem Namen "eLiza" vor wenigen
Monaten vorgestellte Technologie-Initiative, deren Ziel es ist,
Rechner zu entwickeln, die sich weitestgehend selbst steuern können.
IBM eServer: Project eLiza
