Widerstand gegen Internet-Überwachung
Nach einem Bericht der "New York Times2 protestieren die US-Bundesrichter gegen die Überwachung ihrer Computer. Jetzt soll die US-Richterkonferenz bei ihrer nächsten Tagung zusammen mit dem Justizministerium eine Regelung finden.
Nach der Einschätzung der Richter ist die elektronische Überwachung als nicht angemessen und wahrscheinlich illegal einzustufen. Dem Protest der Richter wird umso mehr Bedeutung zugemessen, als in den USA mehr als ein Drittel aller Online-Arbeitsplätze überwacht werden.
Bisher wurde die Kontrolle der Internet-Aktivitäten in den USA von den Beschäftigten weitgehend akzeptiert.
Bereits im vergangenen Mai hatten die Richter des 9. Bundes-Berufungsgerichtshofes in San Francisco ihre Systemadministratoren angewiesen, die Überwachungssoftware auf ihren Computern abzuschalten. Die Software wurde allerdings nach einer Woche wieder aktiviert.
Der Protest rief den Direktor des Verwaltungsbüros der Bundesgerichte, Leonidas Mecham, auf den Plan.
Die Sicherheit des gesamten Justiznetzes sei in Gefahr gewesen, schrieb Mecham in einem später veröffentlichten "Security Allert". Seiner Meinung nach sei die Software das richtige Mittel, um "den Missbrauch von Regierungsressourcen" zu entdecken, zitiert die "New York Times" Mecham. Gleichzeitig werde das Justiznetz permanent von Eindringlingen bedroht.
Für die Richter sind diese Argumente allerdings nicht stichhaltig. "Wir sorgen uns um die Angemessenheit und Gesetzmäßigkeit der Überwachung des Internet-Zuganges", erwiderte Mary M. Schroeder, Chief-Judge des 9. Berufungsgerichtshofes, in einem Memo. Auch das Sicherheitsargument lässt sie nicht gelten. Ihrer Darstellung nach hätten die Systemadministratoren keine Sicherheitslücken entdeckt, die durch das Aussetzen der Überwachung entstehen.
US-BundesgerichteNeues Tool umgeht Zensursysteme
Die deutsche Photono Software arbeitet an einem Software-Tool, das es ermöglicht, Zensursysteme, wie sie in fernöstlichen Ländern wie dem Iran, China und Saudi-Arabien bestehen, auszutricksen.
So soll es mit "FreeBird" kein Problem sein, auf dort unzugängliche, weil verbotene Websites von CNN, BBC und der "New York Times" zuzugreifen. Möglich wird das durch ein eigenes, autarkes, IP-basierendes Peer-to-Peer-Netzwerk.
Elektronisches Zellensystem
Jede URL-Anfrage wird verschlüsselt über das Netzwerk geleitet.
Fordert ein User in einem Zensurland eine "verbotene" Webseite an,
wird diese Anfrage in das FreeBird-Netzwerk übermittelt. Ein anderer
Teilnehmer mit freiem Internet-Zugang ruft diese ab und schickt sie
verschlüsselt zurück an den Anforderer. Da keine direkte Abfrage auf
die zensierte Site stattfindet, wird das Zensursystem geschickt
umgangen.
FreeBird"Wir sehen FreeBird als wichtigen Schritt zu Freiheit und Demokratie", heißt es in einer Aussendung von Photono Software.
Da alle Übertragungen verschlüsselt ablaufen und jeder Teilnehmer unabhängig vom anderen agiert, sei höchste Sicherheit für jeden FreeBird-Nutzer gewährleistet.
Die P2P-Idee zur Umgehung der Internet-Zensur ist allerdings nicht neu und macht seit längerer Zeit in Hackerkreisen ihre Runde.
