Musikindustrie will kurzen Prozess
Die umstrittene Online-Musiktauschbörse Napster soll wegen Urheberrechtsverletzung zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt werden.
Das hat der amerikanische Verband der Plattenindustrie [Recording Industry Association of America/RIAA] jetzt von einem Bezirksgericht in San Francisco gefordert. Nach US-Medienberichten vom Mittwoch ersucht der Verband die Richterin Marilyn Patel, ein schnelles Urteil zu fällen.
Kurzer Prozess
Der Industrieverband, der einen möglicherweise langwierigen Prozess mit der Musiktauschbörse vermeiden will, behauptet, dass Napster bewusst das Copyright verletzt und von dem kostenlosen Austausch der Musikstücke finanziell profitiert habe. Die Musikindustrie hat eine Anhörung für den 1. Oktober beantragt.
Bertelsmann hält an Allianz fest
Trotz der weiteren rechtlichen Schritte der US-Plattenindustrie gegen Napster hält die Bertelsmann e-Commerce Group [BeCG] an der Allianz mit der umstrittenen Musiktauschbörse fest.
"Unser Bekenntniss zu Napster als Partner bleibt voll bestehen", sagte BeCG-Sprecher Alexander Adler dazu am Donnerstag.
Die Zusammenarbeit konzentriere sich auf ein Geschäftsmodell, das den Ansprüchen von Plattenindustrie, Musikliebhabern und Künstlern gerecht werde.
Noch in diesem Sommer will die Tauschbörse ihr neues kostenpflichtiges Mitgliederservice testen. "Napster ist nicht tot", sagte der neue Napster- Geschäftsführer Konrad Hilbers dem Hamburger Magazin "Stern" in einem Interview. Für fünf Dollar im Monat sollen Napster-Nutzer in Zukunft Musikstücke tauschen können. "Die Nutzer werden weiterhin Musik tauschen und miteinander chatten können", so der Napster-Chef.
Napster kostet künftig fünf Dollar
