Letzte Gnadenfrist für lion.cc
"Wir verhandeln wie die Wilden. Bis spätestens Ende August muss ein Partrner für die lion.cc gefunden sein", sagte KPMG-Geschäftführer und Libro-Mehrheitsaktionär Gottwald Kranebitter heute am Rande der Libro-Hauptversammlung.
Derzeit zeichnet sich laut Kranebitter eine Fortführungslösung mit zwei bis drei neuen Partnern für lion.cc ab.
Die Deadline für eine Lösung ist allerdings schon einmal verschoben worden:
17.7: lion.cc-Schicksal soll diese Woche geklärt werdenTA und WAZ draußen
lion.cc wird voraussichtlich nicht zerschlagen werden, eine Gruppe um die deutsche Metro-Tochter Primus Online könnte lion.cc übernehmen, erläuterte Kranebitter.
Mit der Telekom Austria verhandle man indes nicht mehr. Auch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung [WAZ], die derzeit noch an lion.cc beteiligt ist, werde beim angestrebten Fortführungskonzept nicht mehr dabei sein.
Sonstige Libro-Pläne
"Wir haben uns alle Filialen der Libro-Gruppe angesehen und geprüft, welche wirtschaftlich sind und welche nicht", sagte der Libro-Vorstandsvorsitzende Werner Steinbauer ebenfalls am Rande der Hauptversammlung.
In Deutschland seien alle Filialen bis auf die Abverkaufsfiliale in Berlin bereits geschlossen worden, die ursprünglich mit 60 Millionen ATS bezifferten Schließungskosten würden voraussichtlich nicht überschritten, so Steinbauer.
Bis Mitte August werde klar sein, welche Filialen geschlossen werden sollen. Die Verluste der Libro-Gruppe der vergangenen beiden Jahre könnten nicht aus eigener Kraft finanziert werden: "Ohne Partner geht es nicht. Derzeit übernehmen die Banken die Rolle eines Partners", so Steinbauer.
Von März bis Juni 2001 sei der Umsatz der Libro AG um 40 Prozent eingebrochen, berichtete Steinbauer weiter. Nach zahlreichen Wortmeldungen verschiedenster Kleinaktionäre wurde heute bei der außerordentlichen Hauptversammlung unter anderem ein neuer Aufsichtsrat gewählt.
Kleinanleger über Libro-Bilanz "erschüttert"
