Siemens vor rigorosem Stellenabbau
Siemens will einem Zeitungsbericht zufolge bei dem vorgesehenen Stellenabbau seines defizitären Bereichs Informations & Communications [I&C] rigoros vorgehen.
Die deutsche Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet ohne Angaben von Quellen, Siemens habe nicht nur einen Einstellungsstopp verhängt, sondern mittlerweile auch innerbetriebliche Umsetzungen bei I&C untersagt.
Sogar etliche Bewerber, die bereits Zusagen bei innerbetrieblichen Ausschreibungen erhalten hätten, gingen leer aus.
Bei Siemens war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Konzern hatte in den vergangenen Monaten nach und nach die Streichung von insgesamt 10.000 Arbeitsplätzen, überwiegend in der Telekom- und Informationstechnologie, angekündigt.
Siemens ICN schreibt rote ZahlenKonkrete Maßnahmen erfolgen erst
Am Vortag hatte Siemens auf Anfrage bereits mitgeteilt, dass man noch nicht über das Volumen des über die bisherigen Pläne hinausgehenden Stellenabbaus entschieden habe.
Konkrete Maßnahmen würden erst in den kommenden Wochen beschlossen, sagte ein Siemens-Sprecher am Freitag in München und widersprach damit einem Bericht der "Financial Times Deutschland".
Das Blatt hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, vor allem im defizitären Geschäft mit Telekommunikations-Netzwerken würden zusätzlich zu den lange geplanten 10.000 Stellen weitere Arbeitsplätze "in der Größenordnung von 5.000" abgebaut.
Umbau der Telekom-Sparte
Bei der Vorlage der Quartalszahlen hatte Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer jedoch in der vergangenen Woche erklärt, der geplante Abbau werde angesichts des Einbruchs in dem Geschäftsfeld nicht ausreichen.
Auf den Umfang wollte er sich aber nicht festlegen. Siemens will den Umbau der Telekom-Sparte beschleunigen und die Kosten um weitere zwei Milliarden Euro senken. Neben den Kosten und den Portfolio-Strukturen solle vor allem die Fertigung unter die Lupe genommen werden, hieß es.
5.000 Stellen als "Orientierungsgröße"
Bei den im Raum stehenden zusätzlich zur Streichung anstehenden
5.000 Stellen handele es sich noch um eine Orientierungsgröße, weil
die Pläne erst noch erstellt würden, schränkte das Blatt ein. Aber
auch beim Informationstechnologie-Dienstleister Siemens Business
Services [SBS] reiche der im Juli angekündigte Abbau von 2000
Stellen nicht aus.
Siemens SBS
Siemens I and C
