Schicksalstag für YLine
Mit Spannung wird die für heute, 11.30 Uhr anberaumte Pressekonferenz des ehemaligen Upstarts YLine im Wiener Hilton Plaza erwartet.
Der Verlauf des Aktienkurses von einstmals knapp 190 Euro auf einen Bruchteil davon in den letzten Tagen legt nahe, dass es die letzte derartige Veranstaltung sein könnte.
Gestern sahen die Aktien ein neues All-Time-Low von einem Euro.
Allerdings stieg der Kurs auf 2,65 Euro, nachdem YLine bekannt gegeben hatte, CEO Werner Böhm habe 159.047 Aktien zu einem Preis von sieben Euro je Aktie erworben. Das Management ist nunmehr mit rund 20 Prozent beteiligt.
Der Kurs von gesternKlage gegen IBM
Analysten namhafter österreichischer Banken sehen die Sache freilich anders.
YLine habe es nicht geschafft, attraktive Lösungen für Kunden zu schaffen, nach der Aufkündigung des Kooperationsvertrags mit IBM sei das voraussichtlich noch weniger möglich.
Mit der Androhung einer Klage gegen IBM, der YLine "Vertragsbruch, die missbräuchliche und die Anwendung unfairer Geschäftsmethoden" vorwirft, habe YLine die "Flucht nach vorne" angetreten und die "letzte Chance" ergriffen, den Kapitalbedarf zu decken, war der Tenor.
"Kein Kapitalbedarf"
"YLine ist ausfinanziert und hat keinen Kapitalbedarf", sagte hingegen YLine-Sprecher Willi Berner am Mittwoch.
Der Cash-Bestand betrage derzeit 2,91 Millionen Euro [40 Mio. ATS], weiters habe YLine Aktienveranlagungen im Marktwert von 100 Millionen aufzuweisen.
Die Forderung an IBM
