02.08.2001

SHOWDOWN

Bildquelle: PhotoDisc

Weltmeister tritt gegen Schachprogramm an

Das Schachprogramm Deep Fritz und Schachweltmeister Wladimir Kramnik treffen einander im Oktober im Emirat Bahrain zum Finale des Man-vs-Machine-Wettkampfes.

Deep Fritz hat sich durch einen Sieg gegen das Schachprogramm Deep Junior dafür qualifiziert.

Preise

Kramnik erhält bei einem Sieg die ganze Million. 800.000 USD bleiben ihm bei einem Remis, 400.000 USD trösten über eine Niederlage hinweg.

Letztere ist nicht unwahrscheinlich: Deep Fritz tritt nun in der Version 7 gegen den Weltmeister an. Schon in Version 6 hat das Schachprogramm alle menschlichen Gegner geschlagen, Ex-Weltmeister Garry Kasparow eingeschlossen.

Bilanzen

Programmiert wurde Deep Fritz vom Niederländer Frans Morsch und dem Deutschen Mathias Feist. Für den Wettkampf in Bahrain wurde das Programm noch einmal aufgemöbelt. Mehr als sechs Millionen Züge soll es pro Sekunde analysieren können.

Wladimir Kramnik [26] kann ebenfalls eine beeindruckende Bilanz vorweisen. Der ehemalige Schüler von Weltmeister Kasparow schlug im vergangenen Jahr nicht nur seinen Meister vernichtend, er verlor auch keine der letzten 80 Partien.

In Schachkreisen wird Kramnik wegen seiner Nervenstärke "Mr. Iceberg" genannt. Bis zu zehn Stunden trainiert der Meister pro Tag und analysiert rund 10.000 Partien pro Monat.

Von den analytischen Fähigkeiten von Deep Fritz zeigte er sich trotzdem überrascht: "Sechs Millionen Züge pro Sekunde? Ich schaffe gerade mal einen."