01.08.2001

RICHTUNG

Bildquelle: ORF ON

Wie das Netz zur Einbahnstraße wird

Das Internet wird allen Annahmen zum Trotz, dass das unmöglich sei, immer mehr zu einer Einbahnstraße, die zu Sites von Microsoft führt [in erster Linie Microsoft.com und MSN].

Derzeit ist allein MSN die weltweit am zweithäufigsten besuchte Site, in den USA steht Microsofts "Portal" hinter AOL und Yahoo an dritter Stelle [Unique Visitors].

Rechnet man alle Microsoft-Sites zusammen wird das Bild noch drastischer: 45 Prozent der Top-Five-Sites in 26 Ländern gehören zum Microsoft-Imperium. Weltweit liegen MSN und Microsoft.com zusammen auch deutlich vor Yahoo und AOL.

Fahrwasser

Die Konzentration des Verkehrs auf MS-Sites ist auch der Hintergrund der aktuellen Debatten um die Bündelung von Online-Funktionen mit Windows XP.

Vor allem AOL hat bisher auch im Fahrwasser von Windows seine Stellung als weltweite Nummer drei der am meisten besuchten Sites ausbauen können: Vor Windows XP war auf fast jeder Windows-CD AOL-Software zu finden.

Methoden

Der Kampf um den Windows-Desktop erklärt sich vor allem damit, dass die meisten Nutzer viele Einstellungen niemals verändern. Finden sie den Internet Explorer vor, der als Start-Site MSN eingestellt hat, ändern das von den US-Nutzern beispielsweise nur 41 Prozent - womit 59 Prozent regelmäßig bei MSN vorbeischauen.

Ein weiteres Feature, das Microsoft Besucher bringt, ist die "Auto Search"-Funktion des Explorers. Wird eine ungültige Adresse eingegeben, wird automatisch über eine MS-Site die Suche nach der gemeinten Site gestartet. Allein diese Funktion macht vier Prozent des Verkehrs der Microsoft-Sites aus.

Fragwürdiger Nutzen

Dass viele Besuche auf MS-Sites sich aus der Trägheit der Nutzer oder unfreiwilligen Besuchen durch Explorer-Funktionen erklären, stellt allerdings den Wert dieses Verkehrs in Frage.

Den größten Teil des US-Online-Werbekuchens können dementsprechend auch AOL und Yahoo für sich verbuchen [55 Prozent aller Einnahmen].