Streit um Handy-Grenzwerte
Der Präsident des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz [BfS], Wolfram König, hat Handynutzer vor möglichen gesundheitlichen Risiken durch Mobiltelefone gewarnt:
"Eltern sollten ihre Kinder möglichst von dieser Technologie fern halten", empfahl König in einem Interview der "Berliner Zeitung".
Widerstand bei Geräteherstellern
Die Forderung des Bundesamtes für Strahlenschutz nach einem Schutz von Kindern vor Handys ist bei den Geräteherstellern erwartungsgemäß auf Widerstand gestoßen.
"Grenzwerte ausreichend sicher"
Die derzeitigen Grenzwerte für die Strahlung seien ausreichend sicher und würden auch besonders empfindliche Kunden wie Kinder und alte Menschen berücksichtigen, sagten Sprecherinnen von Nokia und Ericsson in Düsseldorf.
Keine wissenschaftlichen Grundlagen
König hatte zuvor gefordert, dass Eltern ihre Kinder "möglichst
von dieser Technologie fern halten" sollten. Handystrahlen könnten
veränderte Hirnströme bewirken. König räumte gleichzeitig ein, dass
es derzeit keine wissenschaftlichen Beweise für Gesundheitsschäden
durch mobiles Telefonieren gebe.
"Eltern sollten Kinder von Handys fern halten"Die Nokia-Sprecherin unterstrich, dass es "in der Verantwortung der Eltern" liege, ob sie ihre Kinder mit Mobilgeräten telefonieren ließen. Für eine Senkung der Strahlengrenzwerte gebe es keine wissenschaftliche Grundlage.
Strahlung freiwillig kennzeichnen
Die Sprecherin meinte, dass Äußerungen wie die des
Strahlenschutz-Präsidenten zu einer "Verunsicherung der Kunden"
führten. Ab Herbst würden die Hersteller freiwillig die Strahlung
ihrer Geräte in der Bedienungsanleitung und im Web veröffentlichen.
Ein "Vorsorgepaket" gegen Handystrahlung"Telefonate mit Handy kurz halten"
Bei Ericsson hieß es, dass die Strahlengrenzwerte den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation [WHO] entsprächen. Die Sicherheit sei "sehr, sehr groß".
Die von König geforderte Empfehlung der Hersteller, dass Kinder unter 16 Jahren möglichst wenig mit Handys telefonieren sollten, sei "nach derzeitigem Kenntnisstand nicht nötig".
König riet weiters Autofahrern, deren Wagen über keine Außenantenne verfügten, "dringend", im Fahrzeug "ganz aufs Telefonieren" zu verzichten. Als Vorsichtsmaßnahme empfahl der BfS-Präsident, "generell Telefonate mit dem Handy möglichst kurz zu halten".
