Grüne Karten als Ladenhüter
In Deutschland haben Bundesregierung und Arbeitgeber eine positive Bilanz der ein Jahr alten Green-Card-Regelung für ausländische Computer-Spezialisten gezogen, obwohl die Zahl der Bewerber deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Der Deutsche Gewerkschaftsbund [DGB] zeigte sich dagegen am Wochenende enttäuscht.
Genau 8.556 ausländische Experten der Informationstechnologie ließen sich in den vergangenen zwölf Monaten anwerben, um fünf Jahre in Deutschland zu leben und zu arbeiten.
Damit wurde nicht einmal das erste von zwei Teilkontingenten über jeweils 10.000 Green Cards ausgeschöpft.
DGB-Chef Dieter Schult bezeichnete schon im April die
Deutsche "Green-Card-Initiative als einen Flop"Diskussionsstoff
In Gesprächen mit der Nachrichtenagentur dpa bezeichneten Arbeitsminister Walter Riester und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt die Aktion als Erfolg.
Hundt sagte, die knapp 9000 angeworbenen Spezialisten aus dem Ausland hätten dazu beigetragen, den Fachkräftemangel bei den Firmen der Informationstechnologie zu mildern:
"Das gilt insbesondere für mittelständische Firmen, in denen zwei Drittel der angeworbenen Arbeitskräfte tätig sind." Die Green-Card-Regelung habe zudem "eine sehr konstruktive gesellschaftliche Diskussion" über eine neue Zuwanderungspolitik in Gang gebracht.
Der amtlichen Green-Card-Statistik zufolge stellen die Inder mit 1.782 IT-Spezialisten oder gut einem Fünftel das stärkste Kontingent. Zweitstärkste Gruppe [1.198] sind Arbeitskräfte aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, auf dem dritten Platz rangieren die Rumänen [736]. Die weitaus größte Zahl der IT-Kräfte erhielt die Green Card auf Grund ihres Hochschulabschlusses, knapp 13 Prozent auf Grund ihres Verdienstes von mindestens 100.000 DM [51.129 Euro] im Jahr.
