Investmentfirma verklagt Liberty Media
Die Investmentfirma Klesch & Co hat nach eigenen Angaben den US-Kabelnetzbetreiber Liberty Media sowie dessen Unternehmenschef John Malone wegen Täuschung, Vertragsbruch und unerlaubter Bereicherung verklagt.
Liberty habe die im Februar 2001 geschlossene Partnerschaft mit Klesch über den Kauf von sechs regionalen TV-Kabelgesellschaften von der Deutschen Telekom gebrochen, teilte das Unternehmen in Denver mit.
5,5 Milliarden Euro an Investitionen
Im Juni hatte Liberty bekannt gegeben, sechs
TV-Kabelgesellschaften für 5,5 Milliarden Euro übernehmen und in
Europa ein Kabelgeschäft nach dem Vorbild der USA aufbauen zu
wollen. Zuvor hatte Liberty der Investmentbank Klesch die Recht
eingeräumt, 25 Prozent der Anteile zu kaufen.
Liberty MediaSo lange Liberty geglaubt habe, sie brauche Klesch wegen ihrer Kompetenz und Erfahrung, habe sie dem Grundsatz zugestimmt, dass Klesch und Liberty Media gleiche Partner seien, hieß es in dem Begründungsschreiben zur Klage.
Liberty sei aber nie ernsthaft an einer gleichberechtigten Partnerschaft interessiert gewesen.
Kabelgeschäft aus Deutsche-Telekom-Konzern
Die Europäische Union hatte 1999 von der Deutschen Telekom verlangt, das TV-Kabelgeschäft aus dem Konzern auszugliedern. Jeweils 55 Prozent der Regionalnetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gingen danach an die britische Investmentgesellschaft Callahan, das hessische Netz zu 65 Prozent an eine Investorengruppe um Klesch und die US-Kabelfirma NTLLt. Die restlichen sechs Gesellschaften kauft zu 100 Prozent die Liberty Media.
Liberty Media kontrolliert unter anderem den größten europäischen TV-Kabelnetz-Betreiber United Pan-Europe Communications und hält Kapitalanteile an AOL Time Warner, Sprint PCS und Motorola.
