27.07.2001

GO EAST

Bildquelle: FuZo

Telekom Austria baut Glasfasernetz aus

Die börsenotierte Telekom Austria baut ihre Aktivitäten in Zentral- und Osteuropa weiter aus. Die Mobilfunktochter Mobilkom ist bereits erfolgreich in Kroatien und Slowenien tätig.

Jetzt will die Telekom auch mit einem eigenen Glasfasernetz ins grenzüberschreitende Geschäft mit der Datenübertragung auf der Basis der Breitbandtechnologie einsteigen. Als erster Schritt wurde das Teilstück einer Ringleitung zwischen Wien und Prag in Betrieb genommen.

1.900 Kilometer über Brünn und Prag

In einer ersten Ausbaustufe soll die Glasfaser-Ringleitung über 1.900 Kilometer von Wien über Brünn und Prag nach Frankfurt, München und Salzburg wieder zurück nach Wien führen.

Anfang nächsten Jahres wird eine Strecke über Pressburg nach Budapest in Betrieb genommen, danach will man Laibach und Zagreb einbinden. Über den Partner der Telekom Austria, die Telekom Italia wird man Zugriff auf deren Netzverbindungen haben, die bis in die USA, Südamerika und Asien reichen.

Virtual Private Networks

Interessant ist dieses Netz vor allem für Großunternehmen, die über Niederlassungen im Ausland verfügen wie, beispielsweise Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister, die einen hohen Datenaustausch untereinander benötigen.

Der Technische Direktor der Telekom, Rudolf Fischer, ist sich sicher, dass sich das Gesamtgeschäft im Zusammenhang mit dem Datenverkehr in den nächsten Jahren stark weiterentwickeln wird. Die Telekom Austria lege Wert auf ein selbstgesteuertes Netz und und darauf, unabhängig von anderen Carriern zu sein.

Für den Aufbau des Glasfasernetzes müssen freilich nicht neue Leitungen in der Erde vergraben werden, es gibt bereits weltweit ein dichtes Netz, das langfristig geleast werden kann.

Internationale Benchmarks

Für die Kunden soll Datenübertragung letztendlich auch billiger werden. Die Telekom will mit dem neuen Netz Eigenangaben zufolge die internationalen Preisbenchmarks halten, was über andere Carrier nicht möglich gewesen wäre.

Durch das eigene Netz könne man den Kunden bei den internationalen leased lines einen wesentlich besseren Preis offerieren. Mit einem eigenen weitverzweigten Glasfaser-Breitbandnetz will die Telekom Austria schließlich zu einer Art Drehscheibe zwischen West-, Mittel- und Osteuropa aufsteigen.