27.07.2001

ABWÄRTS

Bildquelle: ORF ON

Schwere Zeiten für Japans Elektronikriesen

Die Schockwellen der IT- und Halbleiterkrise rollen nun auch über Japan.

Vorzeigekonzerne wie Sony, NEC und Fujitsu erlitten im ersten Quartal schwere Ertragseinbrüche und drückten heute auf die ohnehin schon miese Stimmung auf dem Tokioter Aktienmarkt.

Der Nikkei-Index büßte 0,5 Prozent auf 11.798,08 Punkte ein. Ob Computer, Halbleiter oder Mobiltelefone - die weltweit empfindlich gesunkene Nachfrage nach Produkten der Informationstechnologie setzt auch dem High-Tech-Land Japan schwer zu.

Fujitsu vervierfacht Verlust

Die Aktie des Konzerns stürzte daraufhin heute um 11,45 Prozent. Auch Fujitsu belastete den Markt schwer: Bei dem Computer- und Chiphersteller hatte sich der Verlust im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr auf 55,4 Milliarden Yen mehr als vervierfacht.

Für das Gesamtjahr rechnet Fujitsu jetzt statt mit einem Gewinn von 50 Milliarden Yen mit einem Nettoverlust von 220 Milliarden Yen. Fujitsu will in einem Monat einen Umstrukturierungsplan vorlegen.

NEC: Schwache Nachfrage nach Speicherchips

Noch schlimmer erging es dem Konkurrenten NEC: Der Konzern musste bekannt geben, dass der Gruppengewinn im 1. Quartal wegen des schwachen Marktes für Speicherchips um 72 Prozent auf 800 Millionen Yen eingebrochen war. Der operative Gewinn sank um 70 Prozent auf 3,7 Milliarden Yen.

Matsushita erstmals seit 1968 mit roten Zahlen

Bereits zwei Tage zuvor hatte Matsushita Communication mit der Ankündigung für einen Schock gesorgt, im ersten Geschäftshalbjahr voraussichtlich erstmals seit Börsennotierung im Jahre 1968 rote Zahlen zu schreiben.

Lage soll sich vorerst nicht bessern

Wie auch ihre Konkurrenten in anderen Ländern zwingt die weltweit gesunkene Nachfrage nach Mobiltelefonen, PCs und Netzwerkausrüstungen auch die japanischen Unternehmen zu Einschnitten:

So wollen die fünf größten Chiphersteller des Landes nach Berichten der führenden Wirtschaftszeitung "Nikkei" im laufenden Geschäftsjahr rund 550 Milliarden Yen in Anlagen und Ausrüstungen investieren, 40 Prozent weniger als noch im vergangenen Geschäftsjahr. Die Lage werde sich vorerst nicht bessern, hieß es.