Software erkennt Selbstmordgedanken
Wenn ein Dichter sich mit Selbstmordgedanken trägt, lässt sich das angeblich mit einer Software in seinen Texten erkennen.
Die US-Fachzeitschrift "Psychosomatic Medicine" berichtet in ihrer neuen Ausgabe von einer Studie, die die Werke von Dichtern aus den USA, Großbritannien und Russland mit Hilfe eines Textanalyse-Programms nach Selbstmordtendenzen untersuchte.
Dabei wurde festgestellt, dass Autoren mit Suizidgedanken wesentlich häufiger die Pronomen der ersten Person Singular - "ich", "mir", "mich" und so fort - gebrauchen als andere und auch öfter Wörter verwenden, die mit dem Tod in Verbindung stehen. Außerdem nehme in ihren Werken mit der Zeit die Zahl der Wörter ab, die Kommunikation bezeichnen, etwa "sprechen" oder "teilen".
Psychosomatic MedicineSelbstbezogen
"Dichter mit Selbstmordtendenz sind losgelöster von ihren Mitmenschen und mehr mit sich selbst beschäftigt", schlussfolgern die Autoren der Studie.
Für die Untersuchung ließen Shannon Wiltsey Stirman von der Universität von Pennsylvania und James Pennebaker von der Universität von Texas insgesamt 156 Gedichte von Autoren, die Selbstmord begingen, sowie 135 Werke anderer Dichter auswerten.
Von der Analyse der Texte noch lebender Autoren berichtet die Zeitschrift allerdings - bisher - nichts.
Zu den "Selbstmord-Dichtern" gehörten Sylvia Plath, Sarah Teasdale und John Berryman, zur anderen Gruppe zählten Matthew Arnold, Boris Pasternak und Joyce Kilmer.
