26.07.2001

INSIDERHANDEL

Infomatec-Ermittlungen fast abgeschlossen

Die Untersuchungen der deutschen Staatsanwaltschaft im Fall des Software-Unternehmens Infomatec neigen sich dem Ende zu.

"Die Ermittlungen sind weitgehend abgeschlossen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz in Augsburg. Mit einer Schlussverfügung rechne er in ein bis drei Monaten.

Verdacht auf Kursbetrug und Insiderhandel

Im vergangenen September war bekannt geworden, dass die Behörde gegen die beiden früheren Infomatec-Vorstände Gerhard Harlos und Alexander Häfele unter anderem wegen Verdachts auf Kursbetrug und Insiderhandel ermittelt.

"Interaktives Fernsehen" nur von kurzer Dauer

Das Kerngeschäft "Interaktives Fernsehen" wurde im Rahmen eines Insolvenzverfahrens inzwischen an einen Investor verkauft.

Ende August 2000 hatte das Unternehmen die Erwartungen für das laufende Jahr drastisch nach unten korrigiert. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre warf Infomatec daraufhin vor, Ad-hoc-Mitteilungen gefälscht zu haben, um Aktien zu verkaufen.

Inzwischen laufen gegen Harlos und Häfele auch Zivilklagen von Kleinaktionären. Sie fordern Schadenersatz für Kursverluste ihrer Infomatec-Aktien, zu deren Kauf sie falsche Ad-hoc-Mitteilungen bewogen hätten.