25.07.2001

VS GEWALTPORNOS

Bildquelle: ORF ON

Online-Kinderschutzzone per Gesetz

Zwei US-Kongressabgeordnete haben einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Schaffung und Kontrolle einer ".kids"-TLD [Top Level Domain] anordnen und regeln soll.

Der Vorstoß, der das in den USA prinzipiell große Schutzbedürfnis für Kinder im Netz reflektiert, hebt sich in doppelter Hinsicht von "normalen" Initiativen für neue TLDs ab:

Zum einen soll die zuständige Organisation ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] per US-Gestz zur Einrichtung der TLD verpflichtet werden.

Zum anderen würde auch die Zulassungskriterien für einzelen Sites durch das Gesetz zumindest umrissen und damit eine "garantiert harmlose Zone" nach US-Maßstäben im Internet geschaffen.

30 Tage Frist

Der Gesetzesentwurf räumt der ICANN lediglich eine Frist von 30 Tagen ein, die ".kids"-TLD einzurichten [nach In-Kraft-Treten des Gesetzes].

Die ICANN hat sich in der Vergangenheit allerdings heftig gegen die Kinder-Adresse gewehrt und diese Postion auch jetzt angesichts des Vorstoßes der Abgeordneten aufrechterhalten.

ICANN-Sprecherin Mary Hewitt argumentiert dabei vor allem mit der schwierigen Umsetzung der inhaltlichen Kontrollen für die ".kids"-Sites: "Wir wissen einfach nicht, wie das bewerkstelligt werden soll."

Moralkeule

Der Vorstoß des Republikners John Shimkus und des Demokraten Ed Markey ist zwar bisher nur ein Entwurf, aber er sollte auf eine große Zustimmung bei beiden großen US-Parteien stoßen, da insbesondere in den USA [in abgeschwächter Form allerdings auch in Europa] das Internet als moralische Bedrohung für Kinder empfunden wird.

Nach Jahren der Diskussion ist dabei auch den heftigsten Befürwortern von inhaltlichen Filtern klar, dass diese derzeit nicht perfekt funktionieren können.