Der Hype des Scheiterns
In Kalifornien wird auch im Dot.com-Sterben die Hype-Intensität der Boomjahre aufrechterhalten.
Nach den "Pink Slip"-Partys sollen branchenbewusste ehemalige High-Tech-Beschäftigte jetzt im "Recession-Camp" den Umgang mit ihrer neuerdings reichlich bemessenen Freizeit erlernen:
"Du kannst nicht den ganzen Tag und jeden Tag nach Arbeit suchen", sagt Michael Feldman, einer der Gründer des Camps. "Du brauchst eine Pause und den Kontakt zu Dir selbst und anderen." Feldman hat seinen Job im Februar verloren.
Geboten werden die üblichen Beschäftigungen für den bessergestellten Arbeitslosen: Golf, Reiten, Wanderungen und Picknicks an Kaliforniens Stränden.
Recession-CampSelbstkostenpreise
Bisher haben sich 15 "frustrierte ehemalige Dot.com-Beschäftigte" in dem Lager eingefunden. Die Preise sind bescheiden. Sie sollen nur die tatsächlichen Kosten der Aktivitäten abdecken, damit die ohnehin schon strapazierten Portemonnaies der Arbeitslosen nicht zu stark belastet werden.
Die Gemütslage seiner Gäste sei schwierig, sagt Feldman. "Sie sitzen den ganzen Tag zu Hause herum und werden depressiv." Das Camp sei eine Methode, sie aus dieser Stimmungslage zu befreien.
Mehr als 100.000 Beschäftigte im Silicon Valley haben seit Dezember 1999 ihre Jobs verloren. Und ein Ende der Krise im Start-up-Business ist noch lange nicht abzusehen.
