Molekül-Computer soll Chipindustrie retten
Der Computerkonzern Hewlett-Packard hat eigenen Angaben zufolge einen Durchbruch bei der Entwicklung von Computerschaltkreisen erzielt, die nur noch aus Molekülen bestehen.
Das Verfahren wurde jetzt in den USA patentiert.
Die Entwicklung eines solchen Computers wird aber wohl noch viele Jahre dauern. Computerchips aus einzelnen Molekülen sollen so schnell wie die nächste Generation der Prozessoren, aber tausend Mal kleiner und im Endeffekt wesentlich billiger in der Produktion sein.
Injizierte Diagnosedrohnen ...
Die Ideen zum Einsatz solcher Molekülrechner sind scheinbar
unbegrenzt. Die Träume der Wissenschaftler reichen gleich in
Richtung Wearable Computing und injizierte Diagnosedrohnen.
National Nanotechnology InitiativePhysikalische Grenzen
Die bisherigen Chips auf Siliziumbasis sind voll gestopft mit Millionen von Transistoren. Allein durch die physikalischen Eigenschaften des Materials gibt es aber eine Grenze bei der Verkleinerung der Bauteile.
Es wird erwartet, dass diese Grenze Mitte des nächsten Jahrzehnts erreicht wird. Mit der Nutzung von Molekülen will man diesem Dilemma entgehen.
16 Kilobit in vier Jahren
Eines der Haupthindernisse auf dem Weg dorthin ist bisher die Verbindung zwischen dem Molekülsystem und den integrierten Schaltkreisen zum Betrieb des Rechners. Für eine Lösung, die die HP-Wissenschaftler Stan Williams und Phil Kuekes zusammen mit Forschern der Universität in Los Angeles [UCLA] fanden, wurde ihnen jetzt ein Patent erteilt. Bis 2005 wollen die Forscher einen funktionsfähigen 16-Kilobit-Speicher auf Molekularbasis gebaut haben.
Chemie und Elektronik
Sie entwickelten einen chemischen Prozess und ein Programm zur Erfassung des Molekülsystems, durch das der Computer weiß, wo welche Daten gespeichert sind.
Das Projekt wird mit einem vierjährigen, mit 12,5 Millionen Dollar [14,3 Mio. Euro] dotierten Vertrag durch die "U.S. Defense Advanced Research Projects Agency" [DARPA] gefördert.
