Sonera erwägt Ausstieg aus UMTS in Norwegen
Das finnische Telekommunikationsunternehmen Sonera erwägt den Ausstieg aus dem norwegischen UMTS-Markt, um seine mit den UMTS-Investitionen in Deutschland verbundenen langfristigen Schulden tilgen zu können.
"Wir haben aber keine Probleme, unsere kurzfristigen Verpflichtungen in Höhe von 900 Millionen Euro abzubezahlen", sagte ein Unternehmenssprecher in Helsinki. Zugleich gab das Unternehmen bekannt, dass es im zweiten Quartal 2001 einen niedrigeren Verlust zu verzeichnen hatte, als von Analysten erwartet worden war.
UMTS ja, aber nur in Deutschland
Um die Schulden für die UMTS-Lizensen in Deutschland in Höhe von
3,25 Milliarden Euro kompensieren zu können, zieht man nach
Unternehmensangaben in Erwägung, den norwegischen Markt für die
neuen Mobilfunkstandards zu verlassen.
Sonera900 Millionen Euro in der Portokassa
Das würde die Beendigung des Joint Ventures zwischen Sonera und dem norwegischen Netzbetreiber Enitel zur Folge haben.
Die Rückzahlung einer Schuldenrate für deutsche UMTS-Lizenzen in Höhe von 900 Millionen Euro bis Oktober sei den Angaben zufolge nicht gefährdet.
"Wir haben absolut keine Probleme, einen Brückenkredit aufzunehmen. Ich nehme an, dass das noch vor Oktober geschehen wird", sagte Kim Ignatius, Finanzvorstand bei Sonera.
Eine weitere Möglichkeit zur Schuldendeckung sei der Verkauf von rund 34 Millionen Aktien, die Sonera an der Deutschen Telekom hält. "Aber das ist nicht die einzige Option, die wir haben", sagte Ignatius weiter.
Verlust geringer als erwartet
Sonera verbuchte im zweiten Quartal dieses Jahres nach eigenen Angaben einen Verlust von 28 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Verlust von bis zu 46 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte Sonera noch einen Gewinn von 85 Millionen Euro erwirtschaftet.
