Die USA rüsten für den Cyberwar
Nach den jüngsten Attacken gegen das Weiße Haus hat die US-Regierung der Computerkriminalität erneut den Kampf angesagt.
Justizminister John Ashcroft kündigte am Rande einer Tagung mit CEOs im Silicon Valley die Schaffung von insgesamt zehn Spezialeinheiten zur Bekämpfung der "Cyber-Kriminalität" an.
Projektname CHIP
Diese Einheiten mit dem Projektnamen CHIP [Computer Hacking and
Intellectual Property] werden sich auf die Bereiche
Copyright-Verletzungen, Internet-Betrug und "Hacker" konzentrieren.
United States Department of Justice"Cyberkriminelle" und "Melissa"
Ashcroft sagte, er wolle mit der Gründung von Spezialeinheiten eine Botschaft an "Cyber-Kriminelle" richten, diese seien nicht vor Strafverfolgung gefeit.
Die Attacken gegen das Weiße Haus und die Verbreitung von Viren und Würmern wie "Melissa" und "ILOVEYOU" hätten gezeigt, dass dringender Handlungsbedarf für die Justizbehörden bestünde.
"Es herrscht immer noch die Meinung, Cyber-Kriminalität werde nicht geahndet und man komme ungeschoren davon", so Ashcroft.
Überwachung des zivilen Datennetzes
So wurde der Posten "Initiativen zur Informationssicherheit" im
"Defense Appropriations Act" 2001 um nicht weniger als 150 Millionen
Dollar angehoben. 35 Millionen davon sind für den Ankauf von Hard-
und Software budgetiert, die zur Überwachung des Datenverkehrs auf
zivilen Datennetzen eingesetzt werden soll.
"Defending America's Cyberspace: National Plan for Information Systems Protection""Banken rufen auch die Polizei"
Seine Kritik richtete sich auch an Technologie-Unternehmen, die viel zu oft auf Anzeigen bei Hackerangriffen, Virenverseuchung, Betrug oder sonstigem Cybercrime verzichteten.
Banken würden auch die Polizei rufen, wenn sie überfallen worden sind.
Viele Unternehmen würden Computerangriffe aus Angst um ihre Reputation nicht dem FBI melden. "Ein Unternehmen, das sich nach einer Attacke nicht meldet, ebnet den Cyber-Kriminellen den Weg für neue Verbrechen", kritisierte Ashcroft.
