Siemens ICN schreibt rote Zahlen
Die Flaute in der Telekommunikations-und IT-Branche könnte nun auch bei der Netzwerksparte von Siemens zu Verlusten führen.
Wie das deutsche Nachrichtenmagazin "Focus" in einer Vorabmeldung berichtete, werde Siemens Information and Communication Networks [ICN] im dritten Quartal erstmals im laufenden Geschäftsjahr in die roten Zahlen schlittern.
Laut Insiderberichten werde das Unternehmen am kommenden Mittwoch bei der Präsentation der Quartalsergebnisse einen Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 150 Mio. Euro einfahren.
Im ersten Halbjahr erzielte ICN mit 53.000 Mitarbeitern noch einen Gewinn von 200 Mio. Euro. Mit einem Umsatz von rund sechs. Mrd. Euro erwirtschaftete die Netzwerk-Sparte rund ein Siebtel des gesamten Siemens-Konzernumsatzes. Durch die negativen Zahlen würden die ICN-Manager zunehmend unter Druck geraten, so Focus. ICN-Konkurrenten wie Cisco, Nortel oder Lucent leiden ebenfalls unter der Branchenflaute und haben massive Verluste eingefahren bzw. tausende Stellen gestrichen.
Siemens Information and Communication NetworksAuch Infineon belastet Siemens
Sowohl die Siemens AG wie auch die zur Siemens- Familie gehörenden Unternehmen Infineon und Epcos werden diese Woche ihre Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 [30. September] vorlegen.
Den Anfang macht kommenden Montag [23. Juli] Infineon. Anfang Juni schockte der Konzern die Märkte mit der Ankündigung, es werde ein Quartalsverlust vor Steuern und Zinsen in Höhe von bis zu 600 Millionen Euro erwartet. Auch Siemens und Infineon leiden unter der schwachen Lage der Hightech-Branche.
Da Siemens noch mehr als 50 Prozent an Infineon hält, wird der Verlust der Chiptochter auch das Siemens-Ergebnis stark belasten. Auf Grund der starken zyklischen Schwankungen des Chipgeschäfts will sich Siemens ganz von der Beteiligung trennen.
Die Siemens AG [Berlin/München] präsentiert ihre Quartalszahlen am kommenden Mittwoch [25. Juli]. Neben Infineon dürfte auch die Flaute auf dem Handymarkt das Ergebnis weiter belasten. In den vergangenen Monaten hatten verschiedene Bereiche des Konzerns die Streichung von insgesamt mehr als 10.000 Arbeitsplätzen angekündigt.
Siemens streicht weitere 2.000 StellenAm Donnerstag [26. Juli] ist dann Epcos an der Reihe. Das Unternehmen hat in diesem Jahr die Erwartungen schon drei Mal nach unten korrigiert.
Auch hier wirkt sich insbesondere die Flaute auf dem Handy-Markt aus. Siemens hält an der Epcos AG [München] gut 12,5 Prozent der Anteile.
Epcos mit Gewinnwarnung für Quartal drei
