Randale als Computerspiel
Wer den Tränengaseinsatz, die Gummigeschoße der Polizei und eingeschlagene Fenster bei den gewalttätigen Demonstrationen gegen den G-8-Gipfel in Genua "verpasst", kann die Krawalle dieses Sommers mit Hilfe eines Videospiels bald nacherleben.
Nach Medienberichten soll das Videospiel "State Of Emergency", zu deutsch "Ausnahmezustand", im Oktober in den USA auf den Markt kommen.
"Alles kleinschlagen"
Die Firma Rockstar Games, Hersteller des Videospiels, fordert die
Mitspieler in der Anleitung dazu auf, "alles kleinzuschlagen", um
die ATO, eine amerikanische Handelsorganisation, zu vernichten.
Rockstar GamesExtrapunkte für Beamten-Angriff
Unter Benutzung von "Rohren, Ziegeln und Bänken, sogar zerstückelten Körperteilen" sollen die Spieler die Krawalle und Kämpfe so lange wie möglich austragen.
Es gibt Extrapunkte, wenn Autos umgeworfen und ATO-Beamte angegriffen werden.
Demonstrant getötet
Bei Krawallen anlässlich des G-8-Gipfels in Genua haben am
Freitag Sicherheitskräfte nach Angaben der Polizei und des
italienischen Fernsehens einen Demonstranten getötet.
Gewalt überschattet GipfelauftaktÄhnlichkeiten "rein zufällig"
Ein Sprecher von Rockstar Games erklärte, dass jede Ähnlichkeit zwischen dem Spiel und tatsächlichen Ereignissen "rein zufällig" sei.
Das Produkt sei bereits seit September 1998 in Entwicklung gegangen, also mehr als ein Jahr vor den Straßenkrawallen von Seattle und drei Jahre vor denen in Göteborg.
Zuerst das Spiel, dann die Idee
Allerdings lässt die lange Entwicklungsdauer des nicht unbedingt
komplizierten Spiels vermuten, dass die ursprüngliche Idee etwas
später gedreht wurde, um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen.
"State Of Emergency"-Trailer
