19.07.2001

ZU SPÄT

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Wenigstens ein Sieg für lion.cc

Während momentan nicht klar ist, wie lange es das Unternehmen überhaupt noch geben wird, hat lion.cc wenigstens einen Erfolg im fast schon vergessenen "Online-Buchpreiskrieg" mit einer Reihe deutscher Verlage zu verbuchen:

Ein Jahr nach den Hausdurchsuchungen in der deutschen Buchbranche hat die EU-Kommission ein förmliches Kartellverfahren wegen mutmaßlicher Preisabsprachen eröffnet.

Mehrere Buch-Großhändler und Verlage - darunter auch die Bertelsmann-Tochter Random House - werden verdächtigt, sich beim Lieferboykott gegen die österreichische Libro-Kette abgesprochen zu haben. Durch das Verfahren wird auch der eigentlich beigelegte Streit um die Buchpreisbindung wieder neu belebt.

Libro erfreut

Die Kommission schrieb, die Weigerung mehrerer Unternehmen, Internet-Buchhändler außerhalb Deutschlands zu beliefern, beruhe mutmaßlich auf unzulässigen Absprachen und verstoße damit gegen EU-Wettbewerbsregeln.

"Reimporte deutscher Bücher aus anderen EU-Mitgliedsstaaten können der Buchpreisbindung nur unterworfen werden, wenn Export und Reimport eine vorsätzliche Umgehung des Systems darstellen." Nach Ansicht Brüssels sind Internet-Verkäufe an Kunden in Deutschland im Allgemeinen aber keine Umgehung der Buchpreisbindung.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Libro-AG-Vorstand Werner Steinbauer erfreut über die positive Beurteilung der Beschwerde durch die EU-Kommission.