Virtueller Beifahrer unterhält Autofahrer
IBM-Forscher entwickeln derzeit einen virtuellen Beifahrer, der Autolenker am Einschlafen hindern soll - immerhin wird jeder dritte Verkehrsunfall durch Übermüdung verursacht.
Anders als andere Systeme soll der virtuelle Reisegefährte von IBM allerdings in Notfällen nicht direkt in die Fahrzeuglenkung eingreifen, sondern den Fahrer durch Interaktion wach halten.
Dabei soll er wie ein menschlicher Beifahrer "unterhalten" und klassische Methoden zum Wachhalten anwenden: Fenster öffnen, Musik einschalten oder als letzte Maßnahme Wasser ins Gesicht spritzen.
Systeme, die direkt in die Fahrzeugsteuerung eingreifen, können im Zweifelsfall auch gravierende Folgen haben:
Softwarefehler fährt Autos in den GrabenPlaudertasche
Die Beifahrer-Software erhält ihre Informationen über den Zustand des Fahrers zunächst durch eine Kamera, die die Augenbewegungen des Fahrers aufnimmt.
Werden Ermüdungserscheinungen analysiert, spricht das Programm den Fahrer zunächst an und legt anhand der Reaktion das weitere Vorgehen fest. Dazu wird sowohl die Reaktionszeit als auch die Sprechweise ausgewertet.
Damit die Reisesoftware nicht nur stupide - und damit wieder ermüdende - Fragen nach dem Zustand des Fahrers stellt, soll sie aber auch mit einer Portion künstlicher Intelligenz einfache Unterhaltungen bewältigen können. Die Lieblingsthemen des Fahrers können dazu vorher in bestimmten Parametern eingegeben werden.
Sollte die plappernde Software auf andere sprachgesteuerte Anwendungen reagieren, könnten es richtigehend laut im Auto werden:
Siemens-Freisprechanlage redet zurückLetzter Ausweg Witzattacke
Reagiert der Fahrer auf keines der Gesprächsangebote seines Software-Beifahrers, fängt dieser entweder an, besonders lautstark Witze zu erzählen, oder greift auf andere Parameter zurück wie die Fensterheber, das Autoradio oder eben die Wasserspray-Vorrichtung.
Die intelligente Software wird von Wlodek Wlodzimierz und Dimitri Kanevsky in den
"Thomas J. Watson Research Labs" entwickelt.
