19.07.2001

PLAPPERGEIST

Bildquelle:

Virtueller Beifahrer unterhält Autofahrer

IBM-Forscher entwickeln derzeit einen virtuellen Beifahrer, der Autolenker am Einschlafen hindern soll - immerhin wird jeder dritte Verkehrsunfall durch Übermüdung verursacht.

Anders als andere Systeme soll der virtuelle Reisegefährte von IBM allerdings in Notfällen nicht direkt in die Fahrzeuglenkung eingreifen, sondern den Fahrer durch Interaktion wach halten.

Dabei soll er wie ein menschlicher Beifahrer "unterhalten" und klassische Methoden zum Wachhalten anwenden: Fenster öffnen, Musik einschalten oder als letzte Maßnahme Wasser ins Gesicht spritzen.

Plaudertasche

Die Beifahrer-Software erhält ihre Informationen über den Zustand des Fahrers zunächst durch eine Kamera, die die Augenbewegungen des Fahrers aufnimmt.

Werden Ermüdungserscheinungen analysiert, spricht das Programm den Fahrer zunächst an und legt anhand der Reaktion das weitere Vorgehen fest. Dazu wird sowohl die Reaktionszeit als auch die Sprechweise ausgewertet.

Damit die Reisesoftware nicht nur stupide - und damit wieder ermüdende - Fragen nach dem Zustand des Fahrers stellt, soll sie aber auch mit einer Portion künstlicher Intelligenz einfache Unterhaltungen bewältigen können. Die Lieblingsthemen des Fahrers können dazu vorher in bestimmten Parametern eingegeben werden.

Letzter Ausweg Witzattacke

Reagiert der Fahrer auf keines der Gesprächsangebote seines Software-Beifahrers, fängt dieser entweder an, besonders lautstark Witze zu erzählen, oder greift auf andere Parameter zurück wie die Fensterheber, das Autoradio oder eben die Wasserspray-Vorrichtung.