18.07.2001

A.I.

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Virtuelle Gegenwelten im WWW

Rund um Steven Spielbergs neuen Film "Artificial Intelligence" [A.I.] läuft seit Monaten eine interessante Marketingstrategie.

Die Ansätze dazu sind spätestens seit dem Film "Blair Witch Project" bekannt: Eine mysteriöse Story sickert durch und verbreitet sich allein durch die Neugier der Fans in Windeseile.

So auch bei A.I. - allerdings in verfeinerter Form. Neben herkömmlicher Werbung führen versteckte Hinweise den neugierigen Fan in ein Netz im Netz, ein virtuelles Zukunftsuniversum im World Wide Web.

"Jeanine Salla: Sentient Machine Therapist"

Das ist auch eine der wenigen Verknüpfungen zum Film selbst. Im Trailer von A.I. findet sich die Zeile: "Jeanine Salla: Sentient Machine Therapist". Erst Nachforschungen von Fans im Web fördern eine Reihe untereinander verknüpfter Sites zu Tage - eine seltsame Welt von Fake-Sites, die Hinweise zu einem mysteriösen Mord bergen.

Sites werden ständig aktualisiert

Aus dem virtuellen Parallelnetz ist mittlerweile ein Massen-Online-Game geworden: Die Seiten werden ständig aktualisiert und halten diejenigen, die die Ereignisse gespannt verfolgen, ständig auf Trab. Bisweilen werden sogar "real life"-Personen eingeschaltet, die angerufen werden können oder sich tatsächlich dort aufhalten, wo sie auf Grund komplizierter Hinweise vermutet werden.

Hinweise müssen gut versteckt werden

Die Initialkosten für diese Marketingschiene werden auf rund 20 Millionen ATS geschätzt. Obwohl die Sites nirgends offiziell erwähnt wurden, ging die Strategie voll auf.

Am ersten Tag wurden 25 Millionen Hits gezählt, und die Macher standen vor dem Problem, ihr Puzzle ständig schwieriger machen zu müssen. Zehntausende haben sich mittlerweile in Mailinglisten und Newsgroups zusammengeschlossen, um Jagd auf jedes einzelne Puzzleteil zu machen.