17.07.2001

ABSORPTION

Bildquelle:

Handy-Strahlungswerte werden veröffentlicht

Die weltweit führenden Hersteller von Mobiltelefonen wollen noch in diesem Jahr die Strahlungswerte ihrer Geräte veröffentlichen.

Der größte Handy-Hersteller Nokia gab am Montag ebenso wie Motorola als weltweite Nummer zwei und Ericsson als viertgrößter Hersteller bekannt, eine entsprechende Vereinbarung mit dem Europäischen Komitee für Elektrotechnische Standardisierung [CENELEC] getroffen zu haben.

CENELEC und die Telefonhersteller einigten sich nach Firmenangaben auf ein einheitliches Verfahren, um die Strahlung der Telefone zu messen. Die Strahlungswerte sollen nicht auf den Geräten, sondern auf der Verpackung stehen.

Die Vereinbarung kam zu Stande, nachdem Verbraucher-Organisationen jahrelang von den Mobiltelefon-Herstellern einen weltweiten Standard für die von den Telefonen ausgehende Strahlung gefordert hatten.

Vergangenes Jahr hatte eine von der britischen Regierung finanzierte Studie davor gewarnt, Kinder ausgiebig Mobiltelefone nutzen zu lassen. In der Studie wurde argumentiert, dass ihre dünnere Schädeldecke sie besonders empfänglich für die von Handys ausgesendete Strahlung mache.

Klage in den USA läuft

In den USA hat der Neurologe Christopher Newmann im vergangenen Jahr führende US-Telefonfirmen, darunter Motorola, verklagt. Er warf in der Klage den Herstellern vor, die Strahlung seines Mobiltelefons habe bei ihm einen bösartigen Gehirntumor verursacht.

"Kein Zusammenhang mit Gesundheitsproblemen"

Weder Ericsson noch Nokia gingen am Montag auf die Klage ein. Alle drei Firmen gaben an, dass die Forschung über Jahre keinen Zusammenhang von Gesundheitsproblemen in Verbindung mit Mobiltelefonen gefunden habe.

Die so genannte Spezifische Aufnahmerate [Specific Absorption Rate, SAR] zeigt an, wie viel Watt Strahlungsenergie der menschliche Körper pro Kilogramm aufnimmt. Der maximale Sicherheits-Wert liegt dabei bei 2,0 SAR, die meisten Mobiltelefone auf dem Markt erreichen zurzeit einen Wert von 0,5 bis 1,0 SAR.