14.07.2001

VORWÜRFE

Bildquelle: fuzo

Betrug und Bestechung bei UMTS-Auktion

Die römische Staatsanwaltschaft wirft dem Präsidenten des italienischen Mobilfunkbetreibers Blu, Giancarlo Elia Valori, und Geschäftsführer Enrico Casini vor, die Auktion für die Verteilung der fünf UMTS-Lizenzen in Italien durch unkorrekte Verhalten beeinflusst zu haben.

Italienischen Medienberichten vom Samstag zufolge laufen die Ermittlungen auch gegen weitere zehn Top Manager des Konsortiums, das im vergangenen Oktober für eine der Lizenzen geworben hatte, jedoch vorzeitig aus der Auktion ausgestiegen war.

Nummer vier in Italien

Blu-Präsident Valori sagte, dass das Konsortium seine Position klären werde. Die Ermittlungen könnten ihm jedoch das Leben schwer machen. Mehrere internationale Telefongesellschaften, darunter die spanische Telefonica, sind nämlich am Erwerb von Blu interessiert.

Nach dem Fiasko bei der UMTS-Auktion haben mehrere Blu-Aktionäre den Ausstieg immer öfter in Betracht gezogen. Insider schätzen den Wert des Konsortiums auf 6.000 Mrd. Lire. Blu ist Italiens viert stärkster Mobilfunkbetreiber nach der Telecom Italia Tochter TIM, Omnitel und Wind.

Korruptionsverdacht in Polen

Der polnische Telekommunikationsminister Tomasz Szyszko ist vorläufig beurlaubt worden, weil es Korruptionsvorwürfe gegen einen seiner früheren Mitarbeiter gibt.

Polnische Medien berichteten am Samstag, Ministerpräsident Jerzy Buzek habe die Entscheidung nach dem Bekanntwerden eines Berichtes des polnischen Rechnungshofes getroffen, in dem ein "Korruption begünstigendes System" in dem Ressort beklagt wird.

In dem Bericht werden auch Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe polnischer UMTS-Mobilfunklizenzen kritisiert.