Bildarchiv der Nationalbibliothek online
1,5 Millionen Bildobjekte des digitalen Bildarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek [ÖNB] können nun auch im Internet per Stichwortsuche abgerufen und bestellt werden.
Die Online-Anbindung des Bildarchivs, die heute präsentiert wurde, sei ein "Meilenstein", mit dem die Nationalbibliothek "europaweit eine führende Rolle einnimmt", so Generaldirektorin Johanna Rachinger.
Projektleiter Hans Petschar freute sich, dass das Projekt im Zuge der Serviceprojekt-Studie "DigiCULT" der europäischen Kommission als "Bestes Projekt" präsentiert wird.
Prinzip der "On-demand-Digitalisierung"
Die Datensätze sind in einem digitalen Zettelkatalog erfasst, bei
dem die originalen Katalogzettel eingescannt und mit allgemeinen
Schlagwörtern versehen wurden, die durch eine Datenbankanbindung
online durchsucht werden können. In nur sechs Monaten wurden, bei
einem Tagesschnitt von 3.500 Eingaben, die Datensätze eingegeben,
nachdem zuvor der Zettelkatalog "ein halbes Jahr analysiert" worden
war. Die Bilder selbst werden nach erstmaliger [kostenpflichtiger]
Bestellung eingescannt und sind [erst] danach für jeden online
einsehbar - Petschar spricht von "On-demand-Digitalisierung".
Digitales Bildarchiv der ÖNB im InternetBilder digital und analog verfügbar
Bei der endgültigen Erfassung des eingescannten Zettelkataloges mit Signaturen und Volltext hofft die ÖNB auf tatkräftige Unterstützung durch die Benutzer:
Unter dem digitalen "Zettel" findet sich eine Eingabemaske, in die der User die auf dem Zettel lesbaren Zusatzinformationen einzugeben gebeten wird. Dafür werde es "kleine Zuckerln" geben, so Petschar.
Die gewünschten Bilder werden sowohl digital als auch "analog" zur Verfügung gestellt, ab Oktober will die ÖNB "jedes Bild innerhalb von drei Tagen liefern können".
"Österreichische Servicestelle für Bilddokumentation"
Außer über die Internet-Seite werden Aufträge auch per E-Mail
angenommen. Es soll auch, neben den [personalisierbaren] allgemeinen
Zugängen, einen so genannten Profibereich mit "Expressservice"
[Petschar] geben. Die ÖNB will damit der "Idee einer
österreichischen Servicestelle für Bilddokumentation" näher kommen,
so Rachinger, und die Daten "anderen Institutionen" zugänglich
machen.
Bilddatenbank samt SuchmaskeUmfangreicher Bilderschatz
Bilder von 127.000 verschiedenen historischen Persönlichkeiten befänden sich im Bildarchiv, so Petschar, der sich stolz zeigte, dass auch Sisi mit rund "750 Bildern" vertreten ist, die sich nur 18 Mal fotografieren ließ.
Unter anderem Fotos von Harry Weber und Stücke "aus dem gesamten Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie" sind ebenso enthalten wie "sicherlich die größte Habsburgica-Sammlung in Mitteleuropa".
In dem online zugänglichen Teil werden Bildobjekte aus den Beständen der Porträtsammlung, des Bildarchivs und der Fideikommiss-Bibliothek verwaltet.
Datenbanksoftware von Glomas, Design von Pixelwings
Für die Datenbanksoftware hat es eine Ausschreibung gegeben, an
der sich 17 Firmen beteiligt haben. Den Zuschlag erhielt das
Retrival-System Cuarda Star und Star/Museums der deutschen Firma
Glomas. Die zugehörige Internet-Homepage sei in den letzten Wochen
entstanden, so Petschar, der sich zufrieden über das Design der
Firma Pixelwings zeigte, bei dem auch eine "subversive, ironische
Note dabei sein durfte".
STAR/Museums von GlomasGesamtprojektkosten
Die Gesamtprojektkosten betrugen rund sechs Millionen ATS [436.037 Euro]. Gefördert wurde das Projekt vom Fonds zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
